| 00.00 Uhr

Leverkusen
"Alte" Kölner Straße soll erhalten bleiben

Leverkusen. Bezirksvorsteher Rainer Schiefer befürwortet den Antrag von Geschichtslehrer Björn Boos, das Haus Kölner Straße 107 unter Denkmalschutz zu stellen. Auch in der Opladener Neustadt gebe es für den Denkmalschutz noch viel zu tun. Von Gundhild Tillmanns

In den Denkmallisten der Stadt taucht das Eckhaus Kölner Straße 107/Augustastraße noch nicht auf. "Es sollte aber unbedingt unter Denkmalschutz gestellt werden", meint Geschichtslehrer Björn Boos, der dazu jetzt einen Antrag an die Bezirksvertretung II gestellt hat. Und deren Vorsitzender Rainer Schiefer wird das Vorhaben unterstützen, wie er auf Nachfrage unserer Redaktion gestern bekräftigte.

Das ehemalige Geschäfts- und Wohnhaus steht fast leer. Seine Besonderheit ist die neo-gotische Gestaltung mit Fensterbögen, die fast maurisch wirken. Dazu besticht das Haus durch eine mit Reliefen liebevoll ausgestaltete Fassade. Boos, der für Leverkusens Linke, in der Bezirksvertretung II tätig ist, lebt zwar erst seit fünf Jahren in Opladen. Aber vielleicht gerade deshalb mit offenen Augen durch den Stadtteil, meint er. Das Gebäude Kölner Straße 107 präge das Erscheinungsbild der Kölner Straße in besonderem Maße.

Außerdem sei es wichtig. derartige hochwertige Altbauten vor allem an der Kölner Straße unter Denkmalschutz zu stellen und zu erhalten, argumentiert der Geschichtslehrer der Gesamtschule Rheindorf. Denn angesichts des bereits geplanten Abrisses der Häuser Kölner Straße 59 bis 63a, eines Altbaus auf der gegenüberliegenden Straßenseite fürchtet Boos generell um den Bestand der Altstadtsubstanz und des baulichen Charakters der Kölner Straße. Mit seinem Ansinnen stößt Boss bei Bezirksvorsteher Schiefer auf offene Ohren. Der hält nach eigenen Angaben nicht nur das Haus Kölner straße 107, sondern auch etliche weitere Gebäude in der Neustadt für schützenswert. Die Lage und Architektur sei etwas ganz Besonderes für Opladen, was man so nicht mehr antreffe. "Ich finde die Initiative gut", sagt Schiefer zu dem Antrag.

Der Denkmalschutz in Opladen liege ihm sehr am Herzen, betont Schiefer und verweist auf die Unterschutzstellung des alten Amtsgerichtsgebäudes, für die er sich stark gemacht habe. Er wisse aber auch um die Probleme, die eine Unterschutzstellung privaten Hausbesitzern bereiten könne, fügt er hinzu und nennt als Beispiel das Eckhaus Altstadtstraße Münzstraße, in dem sich die erste Marienschule in Opladen befand. Nicht selten könnten Hausbesitzer die Anwesen nicht so erhalten und restaurieren, wie es aus Sicht des Denkmalschutzes wünschenswert wäre, weiß Schiefer.

Auf den Listen der Stadt sind aktuell für die Kölner Straße als denkmalgeschützt insgesamt sechs Gebäude eingetragen. Dazu gehören die ehemalige Kapelle des Aloysius-Stiftes, die heutige Jugendkirche, in der Fußgängerzone ebenso wie der Komplex Kölner Straße 139 mit St. Elisabeth-Jugendheim, Gemeindehaus, ehemaliger Pfarrwohnung, Kindergarten, Kirche und Glockenträger. Außerdem steht das Haus Kölner Straße 8 unter Denkmalschutz. Das rote Klinkerhaus war im rückwärtige Anbau früher ein Schlachthaus. Geschützt ist auch die Villa Schwarz an der Kölner Straße 10, wobei sogar der Vorgarten und die Garage unter Schutz gestellt worden sind. Die im Jahr 1893 erbauten Häuser Kölner Straße 12 und 14 stehen ebenfalls auf der Denkmalliste der Stadt, die insgesamt 357 Objekte beinhaltet.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Leverkusen: "Alte" Kölner Straße soll erhalten bleiben


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.