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Leverkusen
Ambulanz: 50 Patienten in zwölf Stunden

Leverkusen: Ambulanz: 50 Patienten in zwölf Stunden
Ambulanz-Leiter Felix Lachmann und seine Kollegen versuchen schon bei der Registrierung der Patienten, die schweren Fälle von den leichteren zu unterscheiden. Davon kann die Wartezeit abhängen. FOTO: Miserius
Leverkusen. Kenner der Leverkusener Krankenhaus-Ambulanzen schließen inzwischen Wetten ab, wie lange sie warten müssen, wenn sie die Hilfe der Ärzte brauchen. Was sich in einer Ambulanz abspielt, erklärt Remigius-Arzt Felix Lachmann. Von Monika Klein

Dr. Felix Lachmann, Internist und Kardiologe am Remigius-Krankenhaus, hat im Januar die Leitung der Ambulanz, die heute "Zentrale Aufnahme-Einheit" (ZAE) heißt, im St. Remigius-Krankenhaus übernommen. Zuvor war er dort schon mehrere Jahre als Facharzt tätig. Diese Stelle eines ärztlichen Leiters wurde neu geschaffen, um den Ablauf in der vor einigen Jahren räumlich auch neu gestaltete Ambulanz in puncto Zeit und Sicherheit zu verbessern.

Wir haben uns dort umgesehen, denn fast jeder kennt das: Die Gefahr, sich zu verletzen oder krank zu werden, scheint am Wochenende höher als sonst zu sein. Nachts, wenn die Arztpraxen geschlossen haben, werden Beschwerden oder Schmerzen schlimmer. Deswegen suchen immer mehr Menschen die Krankenhaus-Ambulanzen auf, wo sich schnell Warteschlangen bilden. Scheinbar geht dann gar nichts weiter - selbst nach Stunden des Wartens. Mancher fühlt sich gar vergessen oder nicht ernst genommen. Das passiere auf keinen Fall, versichert Ambulanzleiter Lachmann.

Was früher eher Anhängsel eines Krankenhauses war, sei heute Ort der zentralen Weichenstellung, sagt der Arzt. In der Ambulanz laufen neben Notfällen auch die Patienten mit einer ärztlichen Einweisung durch, Rettungswagen fahren an der Rückseite direkt vor die Türen der Untersuchungsräume. Alle Notfallpatienten werden an der Theke registriert und haben damit "Arztkontakt", auch wenn sie hier noch keinen zu Gesicht bekommen haben.

Eine erfahrene Schwester erfragt die Beschwerden und meldet sie an die diensthabenden Ärzte weiter. Nach einem Dreiersystem werden die Patienten zugeordnet. Zunächst wird die Fachrichtung (chirurgisch oder internistisch) bestimmt. Dann wird in leichtere oder schwere Fälle unterschieden und in dringend oder wartefähig. Wartezeiten, manchmal auch von mehreren Stunden, würden sich grundsätzlich nicht vermeiden lassen, erklärt uns Lachmann. Aus unterschiedlichen Gründen. Vielleicht, weil ein akuter Notfall reingekommen sei, weil man auf Labor- oder Röntgenuntersuchungen warten müsse und weil der Andrang möglicherweise sehr groß sei.

"Die Patientenzahlen in den Ambulanzen steigen jährlich", sagt Lachmann, "50 Patienten in zwölf Stunden sind an Wochenenden durchaus normal." Und das bei halber Besetzung, sprich: nur zwei Assistenzärzte haben Dienst. Für die sei die Ambulanz übrigens grundsätzlich Pflichtabteilung, weil sie hier besonders viel Praxiserfahrung sammeln könnten. Die Einstellung eines erfahrenen ärztlichen Leiters habe die Ausbildung der jungen Ärzte zudem deutlich verbessert, versichert Krankenhaus-Direktor Dr. Martin Biller.

Ein Problem sieht Lachmann in der zunehmenden "Vollkasko-Mentalität" der Bürger. Leider kämen viele Patienten mit Lappalien. Diese Patienten versuche man mit der neuen Sortierregelung an der Theke herauszufiltern, um diejenigen schneller zu behandeln, die es wirklich bräuchten. "Die Kommunikation müssen wir noch verbessern", sagt Biller. Wenn der Patienten wisse, dass man ihn nicht vergessen habe und warum es noch dauere, falle das Warten leichter. Durch technische Aufrüstung mit noch mehr (Arzt-)Monitoren, die vernetzt sind, erhofft sich Lachmann zusätzliche Zeitersparnis und mehr Sicherheit. Der Wartebereich soll "kundenfreundlicher" werden und eine Kinderecke mit Beschäftigungsmöglichkeiten bekommen.

Quelle: RP
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