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Leverkusen
Amtstierarzt warnt vor Tollwut-Hunden

Leverkusen: Amtstierarzt warnt vor Tollwut-Hunden
Amtstierarzt Kurt Molitor rät dringend dazu, Hunde gegen ansteckende Krankheiten zu impfen. Tollwut gehört dazu. Gerade billige Tiere aus dem Ausland kommen aber oft ungeimpft nach Leverkusen und stellen damit eine Gefahr für andere Tiere und für Menschen dar. FOTO: Uwe Miserius (Archiv)
Leverkusen. Wer vernachlässigte Hunde oder Katzen aus dem Ausland aus Mitleid mitnimmt, riskiert, Krankheiten einzuschleppen. Von Ina Bodenröder

Urlaub und Tollwut - zwei Begriffe, die auf den ersten Blick so gar nichts miteinander zu tun zu haben scheinen. Doch weit gefehlt: Wenn in diesen Sommerferien wieder viele Menschen ins Ausland reisen, bringen etliche Urlauber danach Tiere - vor allem Hunde und Katzen - als Souvenirs mit nach Hause. Manchmal aus Mitleid, weil sie sie in Osteuropa, auf den Kanaren, Balearen oder Spanien aus Tötungsstationen retten wollten, oftmals aber auch, weil sie sie billig aus dubiosen Quellen kaufen konnten.

"Wir haben in Deutschland seit 2005 keine Tollwut mehr. Wenn aber Hunde und Katzen aus fernen Ländern mitgebracht werden, haben sie oft stark ansteckende Krankheiten", sagt der Leverkusener Amtsveterinär. Dr. Kurt Molitor. In Ländern wie Türkei, Indien und allgemein den Staaten aus dem Osten stellen tollwutkranke Tiere weiterhin ein großes Problem und eine Gefahr dar. Auch Leverkusen ist ein Tollwutgebiet. Schilder unter anderem an der Bonner Straße in Opladen warnen davor.

Molitors Aufruf an die reisenden Tierliebhaber: "Wer den Tieren helfen will, sollte sich für den Tierschutz in ihren Heimatländern engagieren. Sie mit hierher zu bringen, ist falsch verstandene Tierliebe und beruhigt oftmals nur das Gewissen der Menschen." In den meisten Fällen seien die Tiere weder medizinisch untersucht, geschweige denn geimpft, wenn sie nach Deutschland kommen.

Erst vor kurzem gab es in Leverkusen einen Fall, bei dem Hundewelpen aus Osteuropa ungeimpft und billig gekauft worden waren. "Sie mussten im Tierheim in Quarantäne. Das ist gerade für Welpen ein riesiges Problem, weil sie durch die Isolation nicht sozialisiert werden", sagt Molitor.

Das Makabre an der Sache: Im Ausland gibt es mittlerweile Zuchtanlagen, die das Mitleid der Tierfreunde gezielt ausnutzen. "Die Tiere werden ohne jeglichen Schutzgedanken oder Gesundheitsvorsorge gezüchtet, um sie anschließend billig verkaufen zu können", berichtet der Veterinär.

Im vergangenen Jahr beispielsweise entdeckten Augsburger Verkehrspolizisten in einem Autokofferraum sechs Labrador-Welpen eingepfercht in eine Transportbox für Katzen. Die kleinen Hunde jaulten und winselten. Rumänische Tierhändler hatten die Tiere schon nach sechs Wochen von ihrer Mutter getrennt, um sie nach Deutschland zu bringen. Mindestens zehn Stunden steckten sie damals in der viel zu kleinen Box ohne Wasser oder Futter.

Das Geschäft mit den Tieren entwickle sich immer mehr zum großen Problem, bestätigt Kurt Molitor. "Hunde und Katzen kommen in Lastwagen in Deutschland an, viele so krank, dass wir ihnen nicht mehr helfen können", sagt der Amtstierarzt. Sein Appell daher: Keine Tiere aus dubiosen Quellen wie an Autobahnraststätten kaufen und mitbringen. "Wenn die Menschen Tiere haben wollen, dann sollten sie sich an seriöse Züchter oder seriöse Tierheime wenden", sagt Molitor.

Quelle: RP
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