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Leverkusen
Anwohner meldet Anschlag auf sein Haus an Karneval

Leverkusen. Ein Ehepaar aus Opladen hörte an Weiberfastnacht erst einen lauten Knall und endeckte am nächsten Morgen ein Loch in einem Fenster seines Hauses. Die Polizei vermutet, dass jemand auf die Scheibe geschossen hat.  Von Ulrich Schütz

Weiberfastnacht gegen 21 Uhr. Ein Ehepaar sitzt in seinem Opladener Haus zwischen Pommernstraße und Lützenkirchener Straße. Plötzlich knallt es stark neben dem Wohnzimmerfenster. Der Krach ist mehrere Häuser weit zu hören, wie sich anderntags herausstellen wird.

"Sicher wieder ein Böller", sagen sich die Eheleute. Sie haben vorher schon eine alkoholisierte Gruppe bemerkt, die auf dem Grünzug feiert - einschließlich unüberhörbarer Musikbeschallung. Die Bewohner hätten den Vorfall eigentlich abgehakt, wenn sie nicht am anderen Morgen den Schaden an der Scheibe entdeckt hätten. Es ist eine Einschlagstelle, um die sich etwa 20 bis 30 Zentimeter lange Risse gebildet haben - und das in einem zweilagigen Sicherheitsglas.

"Damit war für uns eine rote Linie überschritten", sagt der Hausbewohner (Name der Redaktion bekannt) auf Anfrage. Als Polizisten eine erste Analyse abgeben, erschrecken die Eheleute nochmals: Vermutlich sei auf die Scheibe geschossen worden, sagen die Beamten. Womit, dies ist offen. "Am Abend des Einschlags hat meine Frau genau dahinter gesessen", berichtet der Ehemann.

Er wohnt mit seiner Frau rund 13 Jahre in dem Haus. Feiern und ungehemmtes Trinken habe es in dem nahen Grünzug oft gegeben, aber die Intensität nehme zu, meint der Opladener. Es gebe Streitereien und körperliche Auseinandersetzungen. Laut Polizei sei auch bekannt, dass dort gedealt werde, erzählt uns jedenfalls der Anwohner, der von Freunden als vertrauenswürdig eingestuft wird.

Mit dem mutmaßlichen Schuss auf sein Haus sei ein Maß erreicht, das er nicht mehr hinnehmen wolle, sagt der Mann. Er schrieb deshalb an Oberbürgermeister Uwe Richrath, an die Polizei, an Bezirksvorsteher Rainer Schiefer und andere Politiker. Die Polizei hat sich zu einem Gespräch angemeldet. Auf die Reaktionen der Stadtspitze und der Politik wartet der Anwohner noch. Er hat auch den Betreiber des nahen Edeka-Marktes angesprochen. Auf dessen Parkplatz soll es immer mal nächtliche "Autorennen" geben.

Der Anwohner hatte mit Nachbarn schon Mitte Januar dem Oberbürgermeister über die sozialen Probleme im Bereich Pommernstraße/Lützenkirchener Straße berichtet. Anlass des Treffens war zu diesem Zeitpunkt der städtische Plan, neben Edeka Notunterkünfte für Flüchtlinge zu bauen. Die Anwohner wünschen, dass sich die Stadt um die heute schon bekannten Probleme intensiv kümmert.

Quelle: RP
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