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Leverkusen
Anwohner zufrieden mit Flüchtlingszelten

Leverkusen: Anwohner zufrieden mit Flüchtlingszelten
Die Container mit den Toiletten und Duschen befinden sich ebenfalls unter dem großen Zeltdach und stehen nicht - wie sonst üblich - draußen. FOTO: Miserius Uwe Uwe@Miserius.de 0179/7618500
Leverkusen. Gestern Abend konnten die Bürger einen Blick in die vier neuen Zelte werfen, in denen jeweils bis zu 100 Asylbewerber leben können. Von Susanne Genath

Während auf dem ehemaligen Sportplatz lautes Luftrauschen aus Schläuchen zu hören ist, ist es in den vier großen weißen Zelten nahezu ruhig. Wären da nicht die zahlreichen Besucher, die einen genauen Blick in die Räume der künftigen Flüchtlingsunterkunft mit 400 Plätzen an der Heinrich-Lübke-Straße werfen und Wanja Illerhaus-Bell mit Fragen löchern: "Warum sind die Zimmer so klein und die Gänge so breit?", "Warum stehen keine Abfalleimer auf den Zimmern?", "Wie werden die Räume belegt?" und "Wann kommen die ersten Bewohner?" Der Mitarbeiter der Johanniter-Unfall-Hilfe beantwortet alles geduldig.

"Es hat sich in anderen Flüchtlingsunterkünften gezeigt, dass die Menschen nur zum Schlafen in die Zimmer gehen und sich tagsüber lieber auf den Fluren aufhalten", berichtet Illerhaus-Bell. Dort würden später auch die Mülleimer aufgestellt. Wie die Zimmer mit teilweise sechs metallenen Etagenbetten belegt werden - ob mit alleinreisenden Frauen oder Männern oder Familien - stehe noch nicht fest. Ebenso wenig, wann die ersten Flüchtlinge in die Zelte auf der Grenze zwischen Schlebusch und Steinbüchel einziehen.

"Wir wissen noch nicht, wer uns wann zugeteilt wird", sagt Illerhaus-Bell. Demzufolge müssten die Johanniter, die das neue Zeltlager im Auftrag des Landes betreiben, spontan entscheiden, was die sinnvollste Zimmereinteilung sei. Wobei die Räume ohnehin alle nach oben offen und nur mit Vorhängen von den Gängen abgetrennt sind. Kleiner Luxus im Vergleich zu anderen Zeltstädten: Die Container mit den Toiletten und Duschen befinden sich direkt in den Zelten, so dass der Gang dorthin auch bei Regen trockenen Fußes gelingt.

Wanja Illerhaus-Bell von der Johanniter-Unfall-Hilfe in einem der Schlafräume, die mit Etagenbetten und Spinden ausgestattet sind. FOTO: Uwe Miserius

"Ich bin angenehm überrascht, wie es hier aussieht", sagt Breunie Hofmann (68), die in einem benachbarten Hochhaus wohnt. "Ich will hoffen, dass sich die Menschen hier wohlfühlen." Vorbehalte den künftigen Bewohnern gegenüber hat sie nicht. Ebenso wenig ihr Sohn Normen Hofmann (41). "Die Leute kommen ja nicht aus Spaß an der Freud' hierher, sondern haben alles hinter sich gelassen", betont er. Er sehe die neuen Nachbarn als Bereicherung. Und als Chance, sie für unsere Kultur und Werte zu begeistern. "Meine fünfjährige Tochter fragt schon ständig, wann wir endlich Flüchtlingskinder einladen."

Tanja Schäfer sieht sich ebenfalls mit Interesse in den Zelten um. "Wenn so viele Menschen für kurze Zeit untergebracht werden müssen, kann man nicht auf Komfort setzen", sagt die 50-Jährige. "Aber es ist hier warm, sauber und ordentlich. Und wenn die Flüchtlinge erst mal eingezogen sind, will ich gucken, ob ich irgendwie helfen kann."

Quelle: RP
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