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Leverkusen/Köln
Auch Leverkusener bei der Trauerfeier am Dom

Germanwings-Trauerfeier im Kölner Dom
Germanwings-Trauerfeier im Kölner Dom FOTO: dpa, pg
Leverkusen/Köln. Um 11.59 Uhr stand Köln gestern eine Minute lang still. Die Trauerfeier für die Angehörigen der Germanwings-Katastrophe bewegte viele Menschen. Von Peter Korn

Es ist ein fast gespenstisches Bild gestern Morgen auf der Kölner Domplatte: Sie und der sonst jeden Tag so überlaufene Roncalliplatz sind menschenleer. Alles ist großräumig abgesperrt.

Die Trauerfeier für die Angehörigen der Germanwings-Katastrophe im Kölner Dom - sie verlangsamt an diesem Tag für einige Momente den Pulsschlag der Großstadt und lässt viele Menschen innehalten.

Bekannte Trauerfeiern im Kölner Dom

Das Interesse an der Trauerfeier ist auch außerhalb der Kathedrale deutlich zu spüren. Annemarie Müller ist eigens zu diesem Anlass in die Domstadt gefahren. Der Leverkusener Hausfrau ist es ein Anliegen, "so nah wie möglich dabei zu sein, den Trauernden zu zeigen: ,Ihr seid nicht allein'."

Viele möchten ein Zeichen setzen, dass sie mitfühlen, den Angehörigen verbunden sind, die auf den Kirchenbänken im Dom den Worten des Kölner Erzbischofs Rainer Maria Kardinal Woelki lauschen. Der spendet in seiner Predigt Trost: "Wir glauben, dass diese 150 Menschen nicht verschwunden und nicht ins Nichts gegangen sind", sagt Woelki - und spricht damit auch den Leuten aus dem Herzen, die den Gottesdienst draußen miterleben. Unzählige Blumen und Kerzen haben die Kölner auf dem Bahnhofsvorplatz vor der großen Freitreppe zur Domplatte abgelegt. Auf Großbildleinwänden verfolgen etwa 2000 Menschen die Trauerfeierlichkeiten.

Haltern am See: Gedenkgottesdienst für Absturz-Opfer FOTO: dpa, mb cul

Für 250 von ihnen hatte das Erzbistum kurzfristig die Möglichkeit eröffnet, im Dom dabei zu sein. Bis spätestens 10 Uhr sollten sich die Interessenten vor dem Haupteingang versammeln. Die Organisatoren rechneten damit, dass schon früh Andrang herrschen würde. Doch die Menschen versammeln sich später, als erwartet. In Gruppen werden sie in die Kathedrale geleitet.

Auch das befürchtete Verkehrschaos bleibt aus: Es gibt zwar diverse Straßenperrungen rund um den Dom, doch die waren frühzeitig angekündigt worden - und die Autofahrer haben sich offenbar darauf eingestellt.

Das ist der Kölner Dom FOTO: dpa, obe cul

Dennoch: Nur wenige 100 Meter von der Domplatte entfernt trifft man auf Leute , die nicht wissen, was sich in ihrer unmittelbaren Nähe abspielt. Eine davon ist Christiane Becker. Die kaufmännische Angestellte ist aus Siegburg an diesem Morgen zu einem Shoppingtag in die Domstadt aufgebrochen. Natürlich fühlt auch sie mit den Angehörigen: " Aber wirklich helfen kann unsereiner ja nicht", gibt sie zu bedenken.

Dennoch versucht Köln auf vielfältige Weise Zeichen zu setzen. Unter anderem lassen die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) ihre Busse und Bahnen um 11.59 Uhr eine Minute lang stillstehen. .

Und noch etwas ist am Tag der Trauerfeier überall rund um den Dom zu spüren - die Hochachtung vor dem neuen Kardinal.

Erzbischof Woelki hat bereits am frühen Morgen in einem Interview für das Kölner Dom Radio die Herzen vieler Menschen erreicht, als er sagt: "Ich fühle mich an eine menschlich existenzielle Grenze gedrängt."

Annemarie Müller drückt es so aus: "Das ist ein Mensch, der die Menschen versteht."

Quelle: RP
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