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Leverkusen
Auch nach Schulschluss wird geblitzt

Leverkusen. Nicht die Betreuungszeiten von Schulen und Kitas seien maßgeblich, wann Tempokontrollen durchgeführt werden. Es gehe auch um eine generelle Sensibilisierung. Ein Autofahrer hatte sich über ein Knöllchen beschwert. Von Susanne Genath

Ein Knöllchen der Stadt Leverkusen bringt den FDP-Ehrenvorsitzenden Friedel Ferber auf die Palme. Nicht wegen der 15 Euro, die er nun als Verwarngeld dafür bezahlen soll, dass er an einem Mittwoch um 11.45 Uhr sieben Stundenkilometer auf der Hamberger Straße in Lützenkirchen/Schöne Aussicht zu schnell gefahren ist. Sondern wegen der Tatsache, dass an der Stelle überhaupt geblitzt wurde. Er könne nachvollziehen, dass die Stadt mit einer Radarfalle die Besucher des nahe gelegenen Kindergartens und Jugendtreffs schützen wolle. "An dem Tag waren aber beide Institutionen wegen der Ferien geschlossen", sagt Ferber.

Darüber hinaus sei die Verkehrsregelung auf der Hamberger Straße in dem Bereich kaum nachvollziehbar. "Die Geschwindigkeit wird dort auf einer sehr kurzen Distanz von 40 km/h auf 30 km/h abgesenkt", berichtet der Politiker. "Die Busse schaffen die kurzfristige Herabsetzung auf der Steigung überhaupt nicht."

Ferber hat sich deshalb an die Stadtverwaltung gewandt und gefragt: "Wie wollen Sie künftig die Busse zur Einhaltung der kurzfristigen Geschwindigkeitsherabsetzung bewegen?"

Die Stadt weist darauf hin, dass sie Geschwindigkeitsmessungen an potenziellen Gefahrenstellen vornehmen darf, wie Unfallhäufungsstellen und Streckenabschnitten, auf denen eine erhöhte Unfallgefahr angenommen werden muss. "Letzteres ist zum Beispiel der Fall, wenn sich in unmittelbarerer Nähe Spielplätze, Schulen, Seniorenheime befinden", erklärt Stadtsprecherin Heike Fritsch. Aufgrund einer gesetzlichen Änderung dürften zudem Messstellen eingerichtet werden, wenn überdurchschnittlich häufig Verstöße gegen eine Geschwindigkeitsbegrenzung festgestellt werden.

"Ferienzeiten bedeuten nicht, dass die Messstellen vor Schulen oder Kindergärten nicht angefahren werden. Auch in den Ferien, an Wochenenden und außerhalb der offiziellen Öffnungszeiten finden häufig Veranstaltungen in den Gebäuden statt; oft sogar eine Ferienbetreuung, so dass sich dort Kinder aufhalten können."

Nicht jeder Kindergarten schließe während des gesamten Ferienzeitraumes. "Schon aus diesem Grund ist es auch in den Ferien wichtig, die Einhaltung der Höchstgeschwindigkeit zu kontrollieren", sagt Fritsch. Des Weiteren diene die regelmäßige Geschwindigkeitsüberwachung an Schulen und Kindertagesstätten der Sensibilisierung der Verkehrsteilnehmer. Ohnehin seien Geschwindigkeitsbegrenzungen zu jeder Uhrzeit einzuhalten. Die Geschwindigkeitsüberwachung werde mit dem Prinzip der möglichst breitgefächerten und flächendeckenden Überwachung verfolgt, "um das Geschwindigkeitsniveau im Stadtgebiet möglichst niedrig zu halten und so einen Beitrag zur Verkehrssicherheit zu leisten".

Ein Problem für die Busfahrer mit den Tempovorschriften in Schöne Aussicht sieht die Stadt nicht. "Wenn Busse die zuvor vorgeschriebene Geschwindigkeit einhalten, dürfte es kein Problem sein, durch Abbremsen die Geschwindigkeit von 40 km/h auf 30 km/h zu reduzieren."

Quelle: RP
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