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Leverkusen
Auf ein Selfie mit Michael Patrick Kelly

Leverkusen: Auf ein Selfie mit Michael Patrick Kelly
FOTO: Ralph Matzerath
Leverkusen. Jazztage-Macher Fabian Stiens traf eine Musikauswahl, die Gefallen bei rund 20.000 Zuhörern fand. Zum Abschluss im Forum gab's gute Laune-Musik von Caro Emerald und dynamisch-sympathischen Pop-Rock von "Paddy". Von Siegfried Grass/lh

Schon die ersten Takte verrieten: Jetzt kommt Caro Emerald. Jetzt kommt richtig Gute-Laune-Musik. Jetzt wird Urlaubsstimmung vermittelt. Es hätte in der Tat wie die Faust aufs Auge gepasst nach acht ebenso anstrengenden wie kurzweiligen Jazztage-Tagen. Aber: Es folgte am letzten Abend im Forum noch Michael Patrick Kelly. Und wirklich zu Ende sind die 38. Leverkusener Jazztage ja erst am Donnerstag mit dem Konzert von Chris Thile & Brad Mehldau im Erholungshaus.

In diesem Jahr hatte das Publikum - nimmt man alle Gigs in den sieben Veranstaltungsstätten zusammen - die Qual der Wahl unter fast 40 Angeboten mit mindestens 250 Musikern.

Wie die Tage genau gelaufen sind, kann Jazztage-Chef Fabian Stiens am letzten Abend im Forum noch nicht sagen: "Aber an die 20.000 Besucher dürften es wieder gewesen sein." Einige ausverkaufte Konzerte, auch im 2000 Zuschauer fassenden Terrassensaal des Forums, belegen, dass Stiens den Geschmack des Publikums weitgehend getroffen hat. Und damit dürfte unter dem Strich - nicht zuletzt wegen "der verlässlichen und professionellen Partner" (Stiens) - eine schwarze Zahl unter der Endabrechnung stehen.

So plant der 31-Jährige bereits für die 39. Tage. Die ersten Verträge seien unterschrieben, sagte er am Rande. Aber bis wieder ein komplettes Programm steht, das ebenso Bekanntes wie Neues beinhalten, das ein ebenso junges Publikum wie ältere Semester ansprechen wird, bleibt noch viel Arbeit. Und nebenbei muss ja auch das Opladener Scala bespielt werden.

Am letzten Abend im Forum, nicht ganz ausverkauft, stand nach Party-Garantin Caro Emerald - die allerdings erstmal ihre Lieder nur, zugegeben sehr schön, runtersang und lange brauchte, bis sie mit dem Publikum interagierte, Michael Patrick Kelly auf der Bühne.

"Paddy" profitierte zweifelsohne von seiner langjährigen Erfahrung als Mitglied der musikalischen Großfamilie. Er präsentierte sich vom ersten stimmungsgeladenen Ankommen auf der Bühne als echter Fachmann, als es darum ging, seine Fans mitzunehmen auf seine musikalische Reise, die ihn in diesem Jahr bis nach Südafrika ins TV-Format "Sing meinen Song" gebracht hatte.

Angeblich soll Kelly schon im Alter von zehn Tagen auf der Bühne gestanden, eher gelegen, haben, als drittjüngstes Mitglied der amerikanisch-irischen Folkband "The Kelly Family". Von ihr, für die er zahlreiche Hits schrieb, hat sich Kelly vor Jahren gelöst, ist musikalisch solo unterwegs. Auf der Bühne schlägt er rockige Töne an, die recht helle, aber kraftvolle Stimme weiß er zu gebrauchen, die Gitarre, das Klavier und Percussiontrommeln ebenso.

Was ihn so bühnentauglich macht, sind aber zwei weitere Attribute: Er hat offenkundig richtig Spaß, an dem, was er tut. Und der Bald-Vierzigjährige ist Publikumsliebling, weil er mit den Zuschauern sofort eine schöne Verbindung aufbaut. Bei mancher Dame gilt er noch immer als Mädchenschwarm. Eine Anhängerin brüllte: "Paddy, ich will ein Selfie mit Dir. Ich bin seit 20 Jahren Fan" - und bekam's. "Wer auch eines will, muss jetzt aber 20 Jahre warten", scherzte Kelly.

Der übrigens, und das passte zum Abschluss der Jazztage im Forum ganz gut, in seiner letzten Zugabe ein ganz ruhiges Lied sang, das er vor ein paar Jahren in seiner Zeit in einem französischen Kloster schrieb. Leise Töne, bei denen sich ein Musiker nach dem anderen von der Bühne verabschiedete.

Quelle: RP
 
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