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Leverkusen
Automaten-Sprengungen: Bank verschärft Sicherheit

Leverkusen: Automaten-Sprengungen: Bank verschärft Sicherheit
Völlig zerfasert wurde der Geldautomat eines Duisburger Selbstbedienungscenters der Sparda-Bank West bei einem Spreng-Überfall im Februar. FOTO: Reichwein
Leverkusen. Geldautomaten der Sparda-Bank West wurden schon zweimal von Räubern gesprengt. Das Geldinstitut rüstet nun seine Maschinen um. Von Ludmilla Hauser

Duisburg, 17. Februar, 22.40 Uhr: Es knallt, dann ist der Weg zur Gelkassette frei. Die Täter packen sie ein, fahren davon und hinterlassen einen Trümmerhaufen in einem Selbstbedienungscenter der Sparda-Bank West. Es ist einer von in letzter Zeit sehr vielen Bankautomatensprengungen im Land. Allein 60 Geldausgabegeräte von verschiedenen Banken wurden 2015 in NRW gesprengt. Die Masche ist immer gleich: Die Täter führen Gas ins Gerät ein, durch die Explosion wird auch der Tresor im Automaten zerstört.

Zweimal ist die Sparda-Bank West Opfer solcher Sprengungen gewesen. Jetzt verschärft das Geldinstitut, das in Opladen eine Filiale und ein SB-Center unterhält, die Sicherheitsmaßnahmen. Michael Dröge, Vorstand der Bank, betont: "Wir müssen nicht nur unsere Kunden schützen, auch die Anwohner werden durch die Sprengungen gefährdet."

Nachtruhe Die SB-Center hat die Bank derzeit zwischen 0 und 5 Uhr geschlossen, "wir denken aber über eine Ausweitung nach", heißt es. "In Duisburg wäre das SB-Center um Mitternacht geschlossen worden, die Täter kamen im Februar aber wesentlich früher." Konkret stünden die neuen Zeiten aber noch nicht fest. Auch die Volksbank Rhein-Wupper und die Sparkasse Leverkusen haben ihre Öffnungszeiten geändert. Bei beiden sind zwischen 0 und 5.30 Uhr die Filial-Foyers und die Selbstbedienungszentren zu. Ausnahme: "Die Filiale in der Fußgängerzone Opladen ist auch zu diesen Zeiten geöffnet", sagt Alexander Litz vom Volksbankvorstand.

Gasschutz Die Sparda-Bank West will nun nach und nach ihre 150 Geldautomaten mit sogenannten Gas-Ex-Tresoren tauschen. Heißt: "Diese Geldautomaten haben weniger Leeraum im Inneren. Das Volumen ist so gering, dass weniger Gas hineinpasst - eine zu kleine Menge, um den Tresor zu zerstören", heißt es aus dem Unternehmen. "So können die Täter die Geldkassette nicht mitnehmen." Zusätzlich werde es in den Automaten auch eine so genannte Farbvorbereitung geben. "Das Geld färbt sich dann ein", betont Sprecherin Ulrike Hüneburg.

Auch die Volksbank unterhält seit kurzem in dem nachts noch geöffneten Foyer keinen regulären Geldautomaten mehr, sondern ein Ein-/Auszahlsystem. Das ist laut Litz ein Gerätetyp, "der nicht so anfällig für Angriffe mit Gas ist". Weder die Volksbank, noch die Sparkasse sind nach Angaben der Banken bisher von den sprengfreudigen Räubern aufgesucht worden. Dennoch überprüfen auch sie ihre Sicherheitsmaßnahmen. "Bei uns gibt es eine Risikoanalyse, derzeit läuft ein Prozess zur Frage, ob die Sicherheit noch verbessert werden kann", sagt Sparkassen-Sprecher Benjamin Rörig, ohne konkret werden zu wollen.

Videoüberwachung Bestätigt hat er wie Alexander Litz: Die Foyers sind videoüberwacht. Hüneburg sagt: "Wir arbeiten seit Jahren mit einem Sicherheitsdienst zusammen. Alle Foyers und die SB-Center sind videoüberwacht und werden rund um die Uhr beobachtet, auch ohne konkreten Anlass." Die Kameras erfassten den ganzen Raum, nicht en detail die Tastaturen, "das ist schon wegen der datentechnischen Bestimmungen nicht gestattet", ergänzt sie. Zudem gebe es akustische Hilfe: Schreie jemand in einem Foyer/SB-Center etwa auf, gehe beim Sicherheitsdienst ein Signal ein. Der könne sich dann akustisch in der Filiale aufschalten.

Quelle: RP
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