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Leverkusen
Automatensprenger entkommen Polizei

Leverkusen: Automatensprenger entkommen Polizei
Der Geldautomat wurde völlig zerstört. Zerstreute Zehn- und 50-Euro-Scheine ließen die Täter einfach liegen und verschwanden mit der Geldkassette. Laut Zeugen benutzten sie für ihre Flucht einen dunklen Audi. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Unbekannte haben einen Geldautomaten der Sparda-Bank an der Kölner Straße in Opladen zur Explosion gebracht. Von Sebastian Fuhrmann, Susanne Genath und Ludmilla Hauser

Es ist mitten in der Nacht, als eine Anwohnerin an der Kölner Straße merkwürdige Geräusche hört. "Zuerst dachte ich, das wären die Putzfrauen", sagt die Frau. "Aber dann wurde mir klar, dass die ja immer abends kommen." Wenige Minuten später rummst es. Die Frau sieht einen dunklen Audi davonfahren. "Das Knallen war ein Geräusch wie zum Ende des Feuerwerks bei der Bierbörse, wie eine Bombe", erzählt die Frau.

Das Knallen hatte eine andere Ursache: In Opladen haben Unbekannte in der Nacht zu gestern gegen 3.20 Uhr einen Geldautomaten in der Filiale der Sparda-Bank gesprengt. Zeugenaussagen zufolge handelte es sich um drei Täter. Sie waren vollständig maskiert. Bilder vom Morgen nach der Tat zeigen einen zerstörten Geldautomaten und schief hängende Bilder an der Wand. Auf dem Boden ließen die Täter viele Geldscheine zurück. "Bei solchen Taten geht es um Schnelligkeit", sagt ein Sprecher der Polizei.

Der Schaden im Foyer der Sparda-Bank-Filiale in Opladen beschränkt sich auf das zerstörte Gerät und einige Lampen. Und natürlich das gestohlene Geld. FOTO: Miserius Uwe

Nach der Sprengung entkamen die Täter einer Streife nur knapp. "Wir haben den Wagen auf der A3 in Richtung Frankfurt gesehen und die Verfolgung aufgenommen", sagte der Sprecher weiter. Aus Sicherheitsgründen brachen die Polizisten die Verfolgung auf der Autobahn aber ab.

Wie viel Geld gestohlen wurde, war zunächst unklar. Der Sparda-Bank zufolge haben die Täter die Geldkassetten aus dem Automaten gestohlen. Der zusätzliche Sachschaden beschränke sich auf den Geldautomaten und die Leuchtmittel des Vorraums. "Zu der Schadensumme können wir keine Angabe machen", sagt Banksprecher Marc-André Pahl. Es sei das dritte Mal, dass Automaten der Sparda-Bank zur Explosion gebracht worden seien. Die anderen Taten ereigneten sich in Duisburg und Köln.

Ermittler sichern nach der Tat die Spuren. FOTO: Miserius Uwe

Alle Sicherheitsmaßnahmen würden kontinuierlich geprüft und angepasst. "Neben dem sukzessiven Austausch der 150 Geldautomaten mit Gas-Ex-Tresoren und Farbvorbereitung werden die Foyers der Filialen und die SB-Center von einer Sicherheitsfirma videoüberwacht und rund um die Uhr beobachtet, auch ohne konkreten Anlass", berichtet Pahl. Selbstbedienungs-Center, an die keine mit Mitarbeitern besetzte Filiale angeschlossen sei, würden nachts komplett geschlossen. Die in den Geräten platzierten Farbbeutel sollen die Beute bei gewaltsamem Öffnen einfärben und so wertlos machen. "Gas-Ex"-Tresore sind gegen Angriffe mit einem explosivem Gasgemisch geschützt.

Sicherungsmaßnahmen wegen der seit mehr als einem Jahr immer wieder vorkommenden Sprengungen haben die Volksbank Rhein-Wupper und die Sparkasse Leverkusen seit längerem getroffen - "sichtbar und unsichtbar", sagt Sparkassen-Sprecher Benjamin Rörig. "Spürbar ist sicherlich die Schließung unserer Foyers von 0 bis 5 Uhr." Diese Zeiten gelten auch bei der Volksbank. "Zudem gibt es weitere Maßnahmen", heißt es von der Bank. Unter anderem kämen Farbpatronen zum Einsatz.

Die Sparda-Bank-Filiale blieb gestern zu, öffnet laut Pahl aber voraussichtlich am Montag regulär.

Quelle: RP
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