| 00.00 Uhr

Leverkusen
Autoren lesen, was zu Recht nie veröffentlicht wurde

Leverkusen: Autoren lesen, was zu Recht nie veröffentlicht wurde
FOTO: Miserius, Uwe (umi)
Leverkusen. Die blaue Tonne, die zu Beginn der Veranstaltung in den Raum gerollt wurde, hatte eher symbolischen Wert. Die Beiträge für die erste Trash-Lesung in der Avea-Verwaltung haben nie im Müll gelegen, und da sind sie auch hinterher nicht gelandet. Von Monika Klein

Drei Leverkusener Autoren haben zu Hause nach ihren größten Missgriffen gesucht und den Mut bewiesen, das vorzulesen. Gemeinsam mit dem Publikum konnten sie über Peinlichkeiten und Pannen aus den eigenen Papierkörben lachen.

Die Idee zu einer Trash-Lesung hatte Michael Schreckenberg, und die Leiterin der Stadtbibliothek, Lucia Werder, hatte das passende Ambiente für einen Abend in der Buchwoche "LevLiest" vor Augen. Beim Müllentsorger rannte sie offene Türen ein, der verwöhnte die Zuhörer gar mit einem Catering während der Pause.

Schreckenberg, Autor von Kriminalgeschichten und Fantasieliteratur, hat bereits als Schüler Kurzgeschichten geschrieben, zu denen er heute noch steht. Aber die Zeit zwischen dem 14. und 16. Lebensjahr habe er "verschwendet" mit dem Versuch eines Krimis, der nicht nur schlecht, sondern auch langweilig ist, gestand er vor der Lesung. Immerhin sind die zwei Schulhefte, die er vollgeschrieben und mit Skizzen versehen hat, von großem Unterhaltungswert, wenn man zu seiner Jugendsünde stehen kann.

Auch Heike Fritsch, die als Stadt-Pressesprecherin kürzlich ihren ersten Krimi herausgegeben hat, steht zu ihrer Vergangenheit. Dabei handele es sich nicht wirklich um ein Frühwerk, gestand sie. Immerhin war sie schon 30, als sie das für diesen Abend ausgewählte Drehbuch für ein Stück in der Satanisten-Szene verfasst und an Verlage geschickt hat. Das Skript kam zurück mit Urteilen, die sie nach einer Drehbuch-Kostprobe ebenso vorlas, wie die kritisch-ironischen Randbemerkungen ihres Ex-Freundes.

Jugendbuchautor Christian Linker hatten Nachrichten von der Sauerlandgruppe auf die Idee zu einem Roman über Jugendliche gebracht, die zum Islam konvertiert sind. Nächstes Jahr wird das Buch tatsächlich erscheinen, nachdem es auf seinem Schreibtisch schon zwei Mal gestorben war. Aus den unfreiwillig komischen Urversionen las er bei der Avea wahrscheinlich nur einmal.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Leverkusen: Autoren lesen, was zu Recht nie veröffentlicht wurde


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.