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Leverkusen
Awo erweitert Angebote für Flüchtlinge

Leverkusen. Der Arbeiterwohlfahrt wurden dafür jetzt Fördergelder bewilligt. Ohne ehrenamtliche Unterstützung geht es aber nicht. Von Susanne Genath

120 Bewohner versorgt die Arbeiterwohlfahrt (Awo) zurzeit in der Landesunterkunft an der Görresstraße. In Spitzenzeiten waren dort 600 Menschen untergebracht. "Wenn möglich, wollen wir die Turnhalle aber nicht mehr belegen", erklärt Geschäftsführer Manfred Hans. Die Halle alleine fasse 100 Menschen, biete als Massenunterkunft aber nur wenig Privatsphäre.

Die reine Unterbringung der Asylbewerber ist die eine Sache, die Betreuung eine andere. "Die Menschen sollen auch langfristig hier ankommen", erklärt Carola Pfeuffer. Die Diplom-Sozialpädagogin will deshalb innerhalb der Awo den neuen Fachbereich Flüchtlingsarbeit aufbauen. Ihre zunächst auf drei Jahre befristete Stelle wird zum Teil von Fördermitteln der "Glücksspirale" finanziert. Der Zuschlag erfolgte zum 1. April dieses Jahres.

Acht Angebote für Flüchtlinge hat die Awo bereits in ihrem Familienseminar am Berliner Platz 3 im Programm: neben Sprachförderungen ein Nähcafé, eine Fahrradwerkstatt, eine Gartengruppe und eine Malergruppe. 19 Ehrenamtliche kümmern sich um die Asylbewerber. Hinzu kommen weitere 14 Ehrenamtliche an der Görresstraße, die dort ebenfalls Programm bieten - unter anderem montags um 16 Uhr im Pavillon das "Café Mondiale" für Flüchtlinge und Anwohner.

"Wir freuen uns über jeden, der sich einbringen möchte", sagt Pfeuffer. "Es fehlen zum Beispiel noch Fitnessangebote für Frauen und Männer und Offene Treffs." Im Gespräch lasse sich herausfinden, welche Ideen umsetzbar seien. Man tausche sich auch mit anderen Wohlfahrtsverbänden aus. "In allen Stadtteilen mit Flüchtlingsunterkünften gibt es runde Tische, die super laufen", berichtet Awo-Mitarbeiterin Petra Jennen. Allerdings wünsche man sich in Rheindorf mehr Zuspruch für das Mittwochs-Café, bei dem Flüchtlinge von der Felderstraße mit Anwohnern in Kontakt kommen können. "Es sind nur zwei, drei Nachbarn vertreten."

Während die Kleiderkammern voll sind, werden weiterhin Koffer und Sportkleidung benötigt, ebenso Kinderwagen und Fahrräder für die Fahrradwerkstatt. "Am Anfang hatten wir überwiegend neuwertige Räder gespendet bekommen." Die seien offenbar alle weg. "Jetzt erhalten wir nur noch reparaturbedürftige, die wir aber auch gut gebrauchen können", sagt Jennen. Gefragt seien darüber hinaus Stoffe und Stoffreste für das Nähcafé, das sich großer Beliebtheit erfreue.

Neue Projekte sind bereits in Planung: "Wir wollen Werkzeugkoffer anschaffen, die wir an Flüchtlinge ausleihen", kündigt Carola Pfeuffer an. "Damit können sie dann Reparaturen in der Wohnung erledigen, Wände streichen und sich gegenseitig unterstützen." Sie hat festgestellt: "Alles, was das Miteinander stärkt, läuft sehr gut. Und alles, was mit Sprachförderung zu tun hat."

Für die Kinder, die an der Görresstraße auf die Zuweisung zu einer Stadt warten und für die deshalb keine Schulpflicht gilt, hat die Awo jetzt eine ehemalige Grundschullehrerin verpflichten können. "Sie wird sich um alle Schulkinder kümmern."

Quelle: RP
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