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Leverkusen
"Bach in Loop" sorgte in der Christuskirche für Gänsehaut

Leverkusen. Für die Wiesdorfer Gemeinde könnte es die richtige Entscheidung gewesen sein, dass Bertold Seitzer seit Frühjahr Kantor der Christuskirche ist. Denn er verstand bei seinem ersten Konzert auf Anhieb, Generationen zu verbinden. Orgelwerke von Bach sind nicht jedermanns Sache. Meist interessiert sich mehr das erfahrenere Publikum für klassische Musik. Junge Leute findet man fast gar nicht in den Konzertsälen. Doch das Motto "Loop in Bach" belehrte die Zuhörer eines Besseren. Von Tobias Falke

Zwar spielte Seitzer kraftvoll, aber elegant einige Praeludien und Fugen. Höchst interessant wurde es jedoch durch Alexander Meyen, der eine Tenor- und Bass-Viola an einer Loop-Station anschloss. Er nahm damit gespielte Töne auf mehreren Tonspuren auf und spielte diese dann zeitgleich ab. Periodisch wurden diese Klänge wiederholt, und so entstand ein einzigartiges Konzert voller Improvisation. Seine Klänge entfernten sich komplett von Bach und bildeten eher einen Kontrast zu dessen Musik. Sie schlossen sich zum Teil an die Orgelstücke an, zum Teil wechselten sie sich mit kürzeren oder längeren Pausen ab.

So entstand gekonnt nicht nur ein Dialog zwischen Orgel und Improvisation, sondern auch zwischen Klassik und Moderne. Oder besser gesagt: zwischen der jungen und älteren Generation. Denn die Loop-Stations sind momentan in der Hip-Hop- oder Elektronik-Szene angesagt.

Durch diesen einzigartigen Mix gelang es Steitzer und Meyen, den Spannungsbogen von der ersten Sekunde an hoch zu halten. Pure Faszination. Gänsehaut. Einzig eine Dame sorgte für Ablenkung. Sie zückte während des Konzerts ihr iPad und filmte die Veranstaltung. Dabei lief sie im ganzen Saal umher, auch direkt vor dem geigenden Künstler. Das sorgte für zahlreiches Kopfschütteln im Saal. "Loopin Bach" war das erste Konzert der "Reihe 18". Jeden 18. eines Monats findet nun in der Christuskirche um jeweils 18 Uhr ein kostenfreies Konzert statt, dass rund 40 bis 60 Minuten die Besucher unterhalten soll. Am Dienstag, 18. Oktober, wird Johannes Quack, Kirchenmusikdirektor an der Antoniterkirche in Köln, ein Programm aus verschiedenen Epochen und Landschaften spielen. Unter anderem mit Orgelwerken von Max Reger, der vor 100 Jahren mit nur 43 Jahren starb.

Quelle: RP
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