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Leverkusen
Backen für den Hitdorfer Zoch

Leverkusen: Backen für den Hitdorfer Zoch
Eine Bäckerei im Ausnahmezustand: Harald Eilers und seine Frau Jutta werden für den Hitdorfer Freitagszoch aus rund 160 Kilo Teigmasse tausende Berliner backen. Gestern wurde der Ernstfall schon einmal geprobt. FOTO: uwe miserius
Leverkusen. Die Bäckerei Eilers legt Donnerstagabend eine Extra-Schicht ein: Das Team um Harald Eilers backt 6000 Berliner für den Hitdorfer Zoch. Ein Teil wird an die Zugteilnehmer verteilt – diese Aktion ist schon zur Tradition geworden. Von Meyel Löning

Wenn sich die Jecken heute Abend in Vorfreude auf den Hitdorfer Freitagszoch ins Bett legen, geht für die Bäckerei Eilers der große Tag schon los. Um 23 Uhr wird Bäckerchef Harald Eilers die Tür seiner Bäckerei an der Hitdorfer Straße aufschließen und wenig später die volle Belegschaft begrüßen. "Da hilft jeder mit, sonst schaffen wir das nicht", sagt Eilers. Wie in den vergangenen Jahren möchte er mit seiner Frau Jutta Berliner an die Zochteilnehmer ausgeben. Dafür müssen statt 50 Ballen, die an einem normalen Tag gebacken werden, 6000 her – eine Bäckerei im Ausnahmezustand.

Dass dieser Tag selbst für den Chef was Besonderes ist, zeigt seine erste Reaktion, wenn er nach den Zoch-Superlativen gefragt wird. Da geht der Finger direkt zum Radio. Aus-Knopf. Ruhe. Konzentration. "Also: Ein Berliner wiegt mindestens 30 Gramm", rechnet Eilers vor, streicht sich durchs Haar und meldet das Ergebnis: "Für 6000 Berliner brauchen wir 160 Kilo Teigmasse." Dazu kommen rund 50 Kilo Marmelade – "in diesem Jahr wohl Kirsche", verrät Eilers. Neben dem klassischen Berliner backt Eilers auch Eierlikörberliner, Punschberliner, Nugat- und Apfelberliner. Die Bäckerei ist gerüstet für das Karnevalsgebäck Nummer 1.

Die große Backoffensive für den Freitagszoch ist im Hause Eilers mittlerweile schon Tradition. "Als wir nach Hitdorf gekommen sind, wollten wir uns mit dieser Berliner-Aktion an Karneval vorstellen", erinnert sich der Bäcker. Mit einem Sohn im Arm (Justin, heute 17 Jahre alt), dem anderen im Kinderwagen (Julien, heute 15) stellte sich Harald Eilers mit seiner Frau 1995 erstmals vor die Tür und verteilte vor der Bäckerei in der Hitdorfer Straße an die Zochteilnehmer Berliner. Eine Geste, die heute verpflichtet. "Damals war das eine Idee, heute dürfen wir das gar nicht mehr nicht machen", sagt Eilers und lacht. "Das haben wir jetzt an der Backe, aber wir feiern gerne mit."

Zwölf Stunden lang wird das Bäckerei-Team am Freitag mit den Berlinern beschäftigt sein. Eilers: "Um 11 Uhr sollen alle fertig sein – wenn möglich." Den Einschub seiner Aussage wählt Eilers mit Bedacht. Aus gutem Grund: "Es gab Jahre, da haben wir uns mit der Zeit vertan und mussten noch während des Zuges backen", sagt Eilers. Auch dank des Ausbaus der Bäckerei vor zwei Jahren geht nun alles etwas leichter. Die Eilers sind mittlerweile routiniert – am großen Tag wird das Radio wieder laufen.

(RP/rl)
 
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