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Leverkusen
Bahn frei für die Meister der Seifenkisten

Leverkusen: Bahn frei für die Meister der Seifenkisten
Volles Tempo - das Seifenkistenrennen in Edelrath ist längst ein Klassiker. Zum 13. Mal gehen die selbstgebauten Gefährte auf die Strecke. FOTO: Matzerath
Leverkusen. In Edelrath starten am 9. September die tollkühnen Piloten. Maschinenbau-Studenten der Rheinischen Fachhochschule sind Mitfavoriten. 39 Teilnehmer stehen schon auf der Startliste. Von Tobias Brücker

Der Helm sitzt, die Handschuhe sind übergestreift und der Blick richtet sich die steile Straße, die von Heuballen gesäumt ist, hinunter. Das Adrenalin steigt allmählich in die Fingerspitzen - ehe es einen Moment später los geht. Wenn sich am 9. September am Rande der Edelrather Kirmes einige Fahrer in ihren eigens gebauten Wagen beim jährlichen Seifenkistencup messen, ist es sicher nicht verkehrt, eine gute Portion Mut mit in die Kisten zu nehmen.

Zum bereits 13. Mal jährt sich das mittlerweile über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Rennen, das größtenteils mit liebevoll gebastelten, hölzernen Seifenkisten ausgetragen wird. "Wir hätten nicht geglaubt, dass wir das so lange machen", betont Tim Feister, Mitorganisator von der austragenden Gesellschaft Erholung Edelrath-Uppersberg. Noch haben die eifrigen Bauer rund eineinhalb Monate Zeit, um ihre Kisten aufzumotzen. Der erste Pflichttermin steht eine Woche vor Rennstart an. Dann nämlich müssen die Gefährte zur Abnahme beim Tüv in der Stixchesstraße und sich dort dem strengen Blick von Prüfer Heiko Hamsel unterziehen. Bremsen, Karosserie, Radbefestigung - im Grunde, erläutert Hamsel, prüfe er alles, was er am Pkw auch untersuche. Im vergangenen Jahr gab es nur eine Kiste, die durchfiel. Einige schnelle Reparaturen ermöglichten den Start schließlich doch. "Auch am Renntag selbst, wird viel nachgebastelt. Mit der Hilfe der Edelrather ist da immer viel möglich", erzählt er lächelnd.

Ein eventuelles Nachbessern wollen die Studierenden der Rheinischen Fachhochschule aus Köln möglichst vermeiden. Zwei Teams bestehend aus je acht Studenten planen und bauen im Rahmen einer Projektarbeit seit Februar fieberhaft an ihren Flitzern. Ihr Vorteil: Dass sie aus dem Studiengang Maschinenbau kommen, bringt ein gewisses Fachwissen mit sich. Und endlich, so sagen sie, können sie Theorie mit Praxis verbinden.

Und sie haben noch einige Trümpfe in der Hinterhand. Die Gerätschaften, die ihnen während der Entwicklung zur Verfügung standen. "Wir haben ein Modell im 3D-Drucker entwickelt", erzählt Student Marc Schneider. Daraus entstanden die Kisten - eine aus Holz, eine aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Beide Wagen befinden sich momentan im Windkanal.

Schon im vergangenen Jahr hatte die FH teilgenommen, "Sieger der Herzen" umschreibt die Platzierung wohl sehr gut - die Studenten wurden Letzte. Aber in diesem Jahr wollen sie den Sieg. So wie bereits 39 weitere Teilnehmer. Unter ihnen versteckt sich ein echtes Eigengewächs, das dann auszog, die Seifenkistenwelt zu erobern. Europameister (Klasse: Elite XL) Julian van Loo wird in der Profiklasse starten. Noch sind insgesamt einige Plätze frei, bei 60 ist die Zahl gedeckelt.

Quelle: RP
 
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