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Frau bleibt stecken
Aufzug am Bahnhof Opladen steht still

Bahnhof Opladen: Frau bleibt im Aufzug stecken
45 Minuten brachte die Frau in dem Aufzug zu, bis die Feuerwehr sie befreite. FOTO: teleact Arbabha
Leverkusen. Am Montagabend ist eine Frau im Aufzug an der Bahnhofstraße steckengeblieben. 45 Minuten dauerte es, bis die Dame befreit war. Pendler ärgern sich über den nächsten Defekt am Bahnhof.

Wer schon einmal in einem Aufzug festgesessen hat, weiß, wie beklemmend das sein kann. Es ist eng, die Türen gehen nicht mehr auf, niemand scheint Hilfeschreie zu hören: Zehn Minuten fühlen sich da wie eine halbe Ewigkeit an. Diese Sorgenspirale hat am späten Montagabend sehr wahrscheinlich eine Pendlerin am Bahnhof Opladen durchlebt.

Im Aufzug an der Bahnhofstraße ist eine Frau steckengeblieben. Es dauerte rund 45 Minuten, bis sie die wenige Quadratmeter große Glaszelle wieder verlassen konnte. Befreit wurde die Dame um 22.06 Uhr von der Feuerwehr, die um 21.24 Uhr von der Polizei informiert worden war. Die Einsatzkräfte brachen den Kasten für die Notsteuerung auf und ließen den Aufzug nach unten. Die Folge: Der Fahrstuhl ist beschädigt und bleibt bis auf weiteres gesperrt. Wann er wieder fahrbereit sein wird, sei derzeit noch offen, sagte ein Sprecher der Technischen Betriebe.

"Aufzüge stürzen nicht einfach ab"

Markus Schmidt von der Feuerwehr Leverkusen kennt die Ausnahmesituation, in der sich in Fahrstühlen eingesperrte Menschen befinden, versucht aber zu beruhigen. "Das, was man aus Filmen kennt, nämlich dass Aufzüge abstürzen, gibt es bei uns nicht. Es gibt zahlreiche Sicherungen", sagt er. "Normalerweise sind in Aufzügen eingeschlossene Personen in keiner akuten Gefahr. Wenn wir aber erkennen, dass die besteht, handeln wir sofort." Will heißen: Die Feuerwehr öffnet den Aufzug mit Gewalt. "Im Normalfall aber versuchen wir, den Aufzug abzuschalten und ihn dann zu öffnen", sagt Schmidt.

Zuständig für die Wartung des Aufzugs an der Bahnhofstraße ist die Firma Vestner-Aufzüge, die Vertragspartner der Stadt Leverkusen ist. Eigentlich, das bestätigte ein Sprecher der Technischen Betriebe, hätte die Firma Vestner die Frau aus dem Fahrstuhl befreien müssen. Im Aufzug hatte die Frau nach Angaben der Feuerwehr um 21.15 Uhr auch den Notrufschalter betätigt. Warum letztendlich aber die Feuerwehr die Frau aus dem Fahrstuhl befreite, war bis Dienstagabend nicht zu erfahren. Die Firma Vestner äußerte sich auf Nachfrage nicht.

Kritik an Bahnhof keimt neu auf

Im sozialen Netzwerk "Facebook" keimt die Kritik an der Planung und Umsetzung der Bahnhofsrenovierung wieder auf. "Der Bahnhof ist noch nicht einmal fertig, und schon jetzt gibt es tausend Mängel", schreibt eine junge Frau. Tatsächlich ist es nicht der erste Defekt an der Baustelle. Um nur einige zu nennen: Die beiden Aufzüge zu den Bahnsteigen, für die die Bahn zuständig ist, funktionierten lange nicht – Gehbehinderte mussten die lange Treppe nehmen. Weil der Abstand einer Schutzwand zu den Hochspannungsleitungen über den Gleisen zu gering bemessen war, stand eine Rolltreppe still. Und erst vor kurzem wurde klar, dass die Stahlseile an der Geländerkonstruktion der Brücke mangelhaft verschraubt sind.

Nach Angaben der Bahnstadt Opladen nutzen täglich 10.000 Menschen die Bahnhofsbrücke. Für einen großen Teil davon heißt es nun: Treppen steigen!

(sef)
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