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Leverkusen
Bahnstadt - 2018 wachsen Ost und West zusammen

Leverkusen: Bahnstadt - 2018 wachsen Ost und West zusammen
Auf der Ostseite neben der Lützenkirchener Straße entstehen derzeit 161 neue Park-and-Ride-Parkplätze. Sie sollen im März fertig sein. FOTO: Ludmilla Hauser
Leverkusen. Für dieses Jahr haben sich die Entwicklungsgesellschaft um Managerin Vera Rottes und private Firmen viel vorgenommen: So soll Baustart für die Europaallee sein, der Bahndamm entfernt werden, sollen mehr Grünflächen ebenso wie Wohnbereiche auf der Westseite gedeihen. Von Ludmilla Hauser

In 28 Tagen wird Vera Rottes wohl ein rotes Kreuz in den Kalender machen. Dann ist der 1. März - vor zehn Jahren an diesem Datum wurde nach viel Vorlauf die Bahnstadt geboren. Mittlerweile ist das Kind zehn Jahre alt. Langsam ist abzusehen, dass die Bahnstadt in wenigen Jahren ein Stadtquartier sein wird, das der Fürsorge Rottes und ihres Teams nicht mehr bedarf. Noch ist es nicht soweit. Und 2018 wird überspitzt gesagt ein Schicksalsjahr. "Die Verschmelzung von Ost und West soll und muss nun gelingen", sagt Aufsichtsratschef Paul Hebbel. In den vergangenen Jahren sei die Skepsis gegenüber dem Vorhaben, aus Brachland ein Stück Stadt erwachsen zu lassen, gewichen. "Die Bahnstadt ist beim Bürger angekommen", wertet er. Auch, weil sich auf dem Areal sichtbar etwas getan hat und noch tun wird. Was, das stellt Vera Rottes in den verschiedenen Bereichen vor:

Die Ostseite Arbeitsplätze/Bildung 51 Betriebe mit 540 Arbeitsplätzen haben sich angesiedelt. Im Gebwerbegebiet, wo Firmen aus den Bereichen IT, Werbung und Immobilien sich derzeit niederlassen, sind noch drei bis vier Grundstücke (8254 Quadratmeter) zu vergeben. Die Wirtschaftsförderung biete sie an, bis zum Ende des Jahres sollen sie vermarktet sein. Auch Bildungsanbieter lassen sich nieder. Derzeit baut das Institut für angewandte Logistik (IAL) ein Schulungsgebäude an der Campusallee für 120 Teilnehmer. Fertigstellung: Frühjahr. Im Dezember will auch die Akademie "PCM Rail" (gehört zu Plasser) mit einem Ausbildungszentrum für Bahntechnik (1000 Teilnehmer pro Jahr) fertig sein. Verwaltungsgebäude Entlang der Werkstättenstraße, beginnend am alten Pförtner, hat der Projektentwickler Cube Estate das alte Verwaltungsgebäude des Ausbesserungswerks eingerüstet. An der Kopfseite sind Betonsäulen zu erkennen. Hier wird das Projekt "Clube Office 574" realisiert. Es entstehen Büros, an der Kopfseite ein Kaffeehaus, berichtet Rottes. Im Mai soll der Bau fertig sein, dann wird Cube Real Estate seinen Firmensitz von Köln herverlegen. Kesselhaus Das derzeit wenig attraktive Denkmal wird für Gastronomie und studentisches Wohnen umgebaut. Bahnstadt-Prokurist Alfonso López de Quintana rechnet noch im laufenden Quartal mit der Baugenehmigung. Es müssen Asbest und Denkmalschutz beim Umbau berücksichtigt werden. Bauausführung: ca. in einem halben Jahr. Ausbesserungshalle Hier wird Cube tätig: Wohnen, Büros, Gastronomie, ein Parkhaus sind vorgesehen. Baubeginn: Winter 2018, 2021 Bauende. Vorher sind politische Beschlüsse und Genehmigungen nötig. "Es sollen historische Elemente und Fassaden erhalten werden. Die alte Halle bleibt stehen", verspricht Rottes. Hochschule Sie soll zum Wintersemester 2020/21 den Betrieb auf dem Campus in der Bahnstadt aufnehmen. Bis Ende 2018 sollen die Rohbauarbeiten fertig werden. "Bisher sind wir im Zeitplan", sagt Rottes. Parken/Fahrräder/Verkehr Neben der Bahnhofbrücke an der Lützenkirchener Straße entstehen 161 Parkplätze, die die auf der Westseite ab März ersetzen. Dort entstehen auch 140 überdachte Radstellplätze. Prokurist Andreas Schönfeld: "Wir bauen eine gesicherte Anlage, in der Radler ihr Fahrrad gegen geringes Entgelt einschließen können." Die Radstellplätze auf der Westseite bleiben, sind mit mehr Lampen versehen, "um Angsträume zu vermeiden", sagt Rottes. Die Bahnstadt will wie auch Unternehmer Paeschke, der derzeit u.a. 32 Mietwohnungen an der Bahnstadtchaussee baut, bis Ende des Jahres alle übrigen Straßen fertigstellen. Klappt alles wie vorgesehen, ist die Bahnstadtgesellschaft mit ihren Projekten auf der Ostseite in diesem Jahr fertig.

Der Bahndamm mit Fundamenten und Trägern der ehemaligen Eisenbahnbrücke an der Bahnhofstraße wird entfernt. FOTO: Ludmilla Hauser

Sporthalle Es könnte auf dem Areal auch eine neue große Turnhalle entstehen. Zu der allerdings sagt Rottes wenig. Denn das sei Sache der Stadt.

Die Westseite Bahnhofsquartier Der Startschuss für die Vermarktung des Areals am Bahnhof ist gefallen. Laut Hebbel haben sich bisher 22 Interessierte die Unterlagen vom Vergabemarktplatz runtergeladen. Zunächst muss aber das Baufeld freigemacht werden. Bis August/September will Rottes dies erreichen: Entsorgung von Gleisschotter, Gleisen und Schwellen, Beseitigung des Bahndamms - "das wird für die Anwohner der ungewohnteste Anblick sein" (Rottes), Rückbau der Brücke Lützenkirchener Straße, über die die Güterzugtrasse führte, und Rückbau der Stützfundamente der Eisenbahnüberführung Bahnhofstraße, Vorbereitungen für den Bau des Brückenparks. "Wir wollen auf Brecheranlagen verzichten und Abbruchmaterialien direkt abfahren, damit Anwohnern, soweit es geht, Lärm und Dreck erspart wird." Wohnen West Vier Investoren wollen sieben Grundstücke an der Westseite bebauen. Derzeit geht es um die Frage der Fassadengestaltung und eine schlüssige Architektur der Häuser, gerade zur Europaallee (neue Bahnallee) hin. Baubeginn: Frühjahr 2019, eventuell etwas früher, sagt Prokurist Lopez.

PMC Rail baut ein Seminarhaus. FOTO: Ludmilla Hauser

Europaallee Der erste Abschnitt der Haupterschließungsstraße durch die westliche Bahnstadt parallel zu den Gütergleisen wird bald ab Raiffeisenmarkt/Robert-Blum-Straße bis hinter die Bahnhofsbrücke beginnen und bis Ende des Jahres fertig sein. Damit es eine Allee wird, werden ab Frühjahr Sumpfeichen gepflanzt. An der Lärmschutzwand neben den Gleisen soll zwischen dem Henkelmännchen-Platz (Höhe Wilhelmstraße) und Bahnhofsbrücke wilder Wein ranken. Auch, um Schmierereien zu umgehen. Brückenpark/Grün Zwischen Brückenpark und Henkelmännchenplatz soll ein Grünstreifen entstehen, durch den auch ein Fahrrad- und Fußweg verläuft. Rottes will dabei insekten- und vogelfreundliche Bäume und Sträucher und insektenfreundliche Beleuchtung berücksichtigen. Bombensuche Experten hatten im Januar nochmal Verdachtsbereiche auf der Freiherr-vom-Stein-Straße auf Bomben hin sondiert. Ergebnis: Ein gut 50 Zentimeter langes Moniereisen in der Erde war Grund für den Geräteausschlag. Rottes: "Davon wird noch mehr im Bahndamm liegen. Das Erdreich ist durchsetzt mit metallischen Gegenständen." Alles müsse geprüft werden.

Quelle: RP
 
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