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Leverkusen
Balkantrasse: 125 000 Euro fehlen

Leverkusen: Balkantrasse: 125 000 Euro fehlen
1996 wurden die Gleise in Opladen mit Baggern abgebaut. Auf dem ehemaligen Gleisbett soll der Radweg entstehen. FOTO: peter Seibel (Archiv)
Leverkusen. Der Rest der insgesamt 1,6 Millionen Euro für die Balkantrasse kommt durch Förderung und Spenden zusammen. Der Förderverein, der mittlerweile schon 1320 Mitglieder zählt, verkauft Anteilscheine zu 70 Euro pro Meter Trasse. Von Ludmilla Hauser

Es ist wie bei der Tour de France: Es geht darum, einzelne Etappen zu bezwingen – und der Förderverein Balkantrasse hat schon einige Etappensiege für sich entschieden – etwa den Trassenkauf durch die Stadt Ende vergangenen Jahres. Jetzt ist Etappe drei geschafft – die erste Freischnittaktion, um die Trasse begehbar und ein Umweltgutachten möglich zu machen. "Das war ein richtiges Brombeerdickicht", sagt Vereinsvorsitzender Karl-Friedrich Weber. Für Ostermontag (14 Uhr, Imbacher Weg) lädt der Förderverein Interessierte zu einem Spaziergang über die Trasse ein – "mit festem Schuhwerk, der Schotter ist nicht ganz leicht zu begehen", sagt Weber.

Nicht ganz leicht wird auch die vierte Etappe, die der mittlerweile 1320 Mitglieder zählende Verein nun vor Augen hat: Der Förderantrag für Landeszuschüsse muss ausgearbeitet werden. Er soll im Sommer bei der Bezirksregierung eingereicht werden, und bis zu diesem Termin muss der Anteil an den Baukosten, den der Verein tragen muss, stehen. Bis jetzt fehlen rund 125 000 Euro, hat Kassenwart Manfred Hausmann ausgerechnet.

Radtourismus soll Gäste bringen

Mit 1,6 Millionen Euro sind die Kosten für den Ausbau des 6,5 Kilometer langen Teilstücks der Balkantrasse zum Rad- und Wanderweg kalkuliert. 1,2 Millionen Euro davon werden durch die Förderung getragen, bleiben rund 400 000 Euro Eigenanteil. Einen guten Batzen Geld bringt die Brückenablöse der Bahn ein. "Rund 260 000 Euro müssen wir aber noch selbst aufbringen", sagt Hausmann. 75 000 Euro liegen als Kassenbestand auf der Bank, 30 000 Euro haben die Balkantrassenfreunde an Spendenzusagen, und mit rund 30 000 Euro sind die Eigenleistungen der Freischnittaktion eingerechnet, die von der Bezirksregierung angerechnet werden könnten. Weber: "Es waren jeweils rund 50 Mitglieder an den Freischnittsamstagen da. 750 Arbeitsstunden wurden geleistet."

Dennoch bleibt ein Loch von 125 000 Euro. Das will der Verein neben den Mitgliedsbeiträgen (zwölf Euro pro Haushalt im Jahr) vor allem durch Spenden schließen. "Wir müssen ganz klar bei der Geschäftswelt Klinken putzen", sagt Hausmann. Wenn der Lückenschluss zwischen Rheinschiene und dem Bergischen Land, sprich also das Leverkusener Teilstück der Balkantrasse erst mal fertig sei, spüle der Radtourismus ähnlich wie auf dem Maare-Moselradweg oder der Korkenziehertrasse Gäste nach Leverkusen, "davon wird die Stadt stark profitieren", die Investition in die Balkantrasse lohnten sich schon deshalb, wirbt Hausmann. Zusätzlich lockt der Verein mit hübsch verschnörkelten Anteilscheinen. Für 70 Euro Spende gibt es einen Meter Trasse – auf dem Anteilschein zertifiziert. "Für 700 Euro gibt es zehn Meter und einen Rahmen um den Anteilschein dazu", scherzt Hausmann.

Neue Mitglieder gesucht

Mit großen Werbeplakaten in Schaufenstern leerstehender Ladenlokale in Opladen und bald wohl auch in den Luminaden wollen die Trassenfreuden weitere Interessenten und Sponsoren locken, die steile Kurve an neuen Mitgliedern nicht abbrechen lassen. Ein Benefizkonzert mit fünf Leverkusener Bands im Gemeindehaus in Bergisch Neukirchen am 12. Mai soll Geld in die Kasse spülen, ebenso der Stand auf der Bierbörse. Welche Biersorte verkauft wird? "Wir dachten an Trassenradler", sagt Weber schelmisch lachend. Wann die letzte Etappe, damit der Gesamtsieg und der fertige Radweg geschafft sein werden, das ist für den Förderverein noch gar nicht klar. Fest steht: Baustart ist im Frühjahr 2013.

Quelle: RP
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