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Leverkusen
Balkantrasse: Steht die Stadt kurz vor dem Kauf?

Leverkusen. Das Kaufangebot liegt inzwischen vor – und wenn man Christoph Maisenhälder glauben kann, ist es nur noch eine Frage von Wochen, bis die Stadt Leverkusen es annimmt. Von Peter Korn

Das Teilstück der so genannten Balkantrasse, das durch Leverkusener Gebiet führt und auf dem ein Radweg entstehen soll, ist seiner Auffassung nach nicht mehr weit davon entfernt, den Besitzer zu wechseln. Der Gang zum Notar könne vermutlich noch in diesem Jahr angetreten werden, sagte er gestern gegenüber unserer Zeitung.

Maisenhälder ist Projektentwickler bei der Bahnflächen-Entwicklungsgesellschaft, die zu 49,9 Prozent von der Deutschen Bahn und zu 50,1 Prozent vom Land NRW getragen wird. Sie vermarktet Bahnliegenschaften und bietet sie zum Verkauf an – "nicht immer unbedingt zu dem Preis, den die Bahn ursprünglich gern erzielt hätte, aber sehr erfolgreich", sagt der Projektentwickler. Auch bei der Balkantrasse habe man der Stadt beim Grundstückspreis ein gutes Angebot gemacht.

Zwei von vier Fach-Gutachten, die für das Trassen-Teilstück in Auftrag gegeben worden sind, liegen inzwischen ebenfalls vor. So verfügt die Stadt Christoph Maisenhälder zufolge bereits über die Verkehrswertuntersuchung. Gutachten Nummer zwei bezieht sich auf die Brücken über die ehemalige Bahnlinie, die ebenfalls in Leverkusener Besitz übergehen sollen. Damit die Stadt sie in gutem Zustand halte, sei ein "stattlicher Abschlagsbetrag" vorgesehen. Außerdem sind noch ein Gutachten zu möglichen Altlasten im Schotter und ein gestalterisches in Arbeit.

Häusler: Reichlich euphorisch

Obwohl Leverkusen die Trasse nur erwerben will, wenn der städtische Haushalt nicht belastet wird, sieht Projektentwickler Maisenhälder einen "fairen und erfolgreichen Vertragsabschluss" in Reichweite: "Wir haben ganz eindeutig festgestellt, dass bei der Stadt ein Umdenkungsprozess stattgefunden hat", berichtet er. Anfängliche Skepsis sei inzwischen zunehmendem Interesse gewichen. Dies belegten Kontakte in die Verwaltung.

Tatsache oder Zweckoptimismus? Finanzdezernent Rainer Häusler sieht sich und die Stadt jedenfalls noch nicht auf dem Gang zum Notar: "Reichlich euphorisch" komme ihm diese Einschätzung vor, gab er auf Anfrage zu bedenken. Vielleicht sei im kommenden Jahr die Situation eine andere, aber momentan müssten noch eine Menge Dinge geklärt werden. "Ich kaufe ungern die Katze im Sack."

Auf 1,7 Millionen Euro waren die Kosten für das Leverkusener Teilstück der Balkantrasse zuletzt veranschlagt worden, auf rund 400 000 Euro der Eigenanteil, für den der Förderverein kräftig sammelt.

(RP/rl)
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