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Unfall bei Leverkusen
Bauarbeiter stürzt mit Gerüst ab und stirbt

Unfall bei Leverkusen: Bauarbeiter stürzt mit Gerüst ab und stirbt
Von diesem Baugerüst stürzte ein Arbeiter in die Tiefe. Rettungskräfte begutachten den Unfallort. FOTO: Miserius, Uwe
Leverkusen. An der Autobahn 1 bei Leverkusen ist am Montagnachmittag ein Mann ums Leben gekommen. Offenbar löste sich ein Teil des Gerüsts und fiel in die Tiefe.

Der Unfall passierte gegen 16 Uhr. Der aus Köln stammende Mann stürzte laut Polizeiangaben rund 20 Meter tief. Die Besatzung eines Rettungswagens konnte nur noch den Tod feststellen. Vermutlicher Grund des tragischen Unfalls: ein würfelförmiges Teil des Baugerüsts soll sich gelöst und den Arbeiter mit in die Tiefe gerissen haben.

Die Einsatzstelle wurde durch die Polizei abgesperrt. Die Todesermittlungen wird die Kreispolizeibehörde Rhein-Berg übernehmen. Aufgrund der besonderen Lage sei "nicht mit einem zeitnahen Ermittlungsergebnis zu rechnen", teilte Pressesprecher Richard Bartz mit.

Arbeiten an der Brücke seit September

Seit September vergangenen Jahres saniert der Landesbetrieb Straßenbau (Straßen.NRW) die rund 20 Meter hohe "Talbrücke Lambertsmühle". Die Verbundbrücke wird mit Trägern verstärkt - und das ist zwingend notwendig, um die Belastungen durch das Gewicht der vielen Lastwagen abzufedern und das Bauwerk tragfähiger zu machen. Im Vorfeld der Verstärkungsmaßnahme war bereits die Standspur der A1 auf einer Länge von 1500 Metern erneuert worden. Erst danach hatten die eigentlichen Arbeiten an der Brücke begonnen. Sie sind Teil eines Maßnahmenpakets, mit dem die Unfallkommission der Kölner Bezirksregierung die dramatisch angestiegene Zahl der Todesfälle auf der A1 bei Leverkusen senken will - drei allein in diesem Jahr.

Denn alle bisher von der Polizei und den Straßenverkehrsbehörden getroffenen Schutzmaßnahmen nutzen offenbar wenig. Bereits vor zwei Jahren war ein Fünf-Punkte-Programm für die Gefahrenstrecke aufgestellt worden, das die Fahrzeugführer ausbremsen sollte.

Eine stufenweise Absenkung der Geschwindigkeitserlaubnis und eine Vorverlegung des Überholverbots für Lkw gehörten ebenso dazu wie ein Stauwarnsystem mit gelben Blinklichern. Die Verlegung einer Ausweichspur auf die Gegenrichtungsfahrbahn im Kreuz Leverkusen sollte nicht nur den Verkehrsfluss verbessern, sondern auch für mehr Sicherheit sorgen. Vermehrte mobile Geschwindigkeitskontrollen der Polizei kamen hinzu.

Dass allerdings auch Gefahr für all jene droht, die die Sicherheit herstellen sollen, hat der gestrige Todesfall auf beklemmende Weise deutlich gemacht.

(sef)