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Leverkusen
Baudezernentin wehrt Untätigkeitsvorwurf ab

Leverkusen: Baudezernentin wehrt Untätigkeitsvorwurf ab
Am Rande dieses Grünzugs will die WGL drei Wohngebäude mit bis zu vier 100 Wohnungen bauen FOTO: Uwe miserius
Leverkusen. Andrea Deppe betont, beim Bauvorhaben für drei WGL-Wohnhäuser in Rheindorf durchaus am Ball zu sein. Es herrsche aber Personalmangel. Von Peter Clement

Leverkusens Baudezernentin Andrea Deppe hat Vorwürfe zurückgewiesen, beim Bauvorhaben für drei Häuser in Rheindorf "auf der Bremse zu stehen". "Wir sind keineswegs untätig gewesen", versicherte Deppe am Montag im Gespräch mit unserer Redaktion. Vielmehr sei ihr Dezernat zur Zeit im Kontakt mit dem NRW-Bauministerium, was die öffentliche Förderung des Projektes betreffe. Diese Gespräche seien nicht gerade einfach und erforderten Zeit. Das bekomme nicht jeder mit.

Die Bürgerliste hatte der Dezernentin vorgeworfen, das Rheindorfer Bauprojekt, das die Wohnungsgesellschaft Leverkusen verwirklichen möchte, "durch Untätigkeit unnötig zu verzögern". Auf dem zusammenhängenden Grünzug von knapp 600 Metern Länge und rund 20 Metern Breite im Bereich nordwestlich der Zschopaustraße bis südlich Elbestraße war vor Jahrzehnten einmal eine Bahnstrecke geplant.

Die WGL will dort drei Wohngebäude mit bis zu 100 Wohnungen in den Randbereichen des Grünzuges errichten - "am liebsten öffentlich gefördert", wie Geschäftsführer Wolfgang Mues betont. Denn solcher Wohnraum wird in Leverkusen händeringend gesucht.

Die WGL wäre ihr eigener Nachbar, denn sie hat auch die Grundstücke drumherum bereits bebaut. Einsprüche wären von dieser Seite also mit Sicherheit nicht zu erwarten.

Aus der Politik erst recht nicht: Die für Rheindorf zuständige Bezirksvertretung I hatte schon am 18. April vergangenen Jahres einer Bebauung mit etwa 100 Wohnungen einstimmig grünes Licht gegeben. Die Deutsche Bahn und die WGL sind sich nach Auskunft von Geschäftsführer Mues auch einig über den Verkauf.

Umso mehr hatte Bürgerlisten-Fraktionschef Erhard Schoofs kritisiert, dass im städtischen Flächennutzungsplan noch immer ein Grünzug an der betreffenden Stelle vermerkt ist. Dies hätte die Stadt längst ändern müssen.

"Müssen wir nicht", versicherte Andrea Deppe gestern. Laut Satzung sei die Politik einzubinden, wenn es um die Baugenehmigung gehe. Dies sei mit dem Beschluss der Bezirksvertretung im vergangenen Jahr aber auch geschehen. Da der Grünzug nur in den Rändern bebaut werde, sei dem Flächennutzungsplan damit Genüge getan.

Für das zweite Halbjahr rechnet die Stadtverwaltung denn auch mit einer Baugenehmigung - auch wenn bisher eben noch nicht ganz klar sei ob mit oder ohne Förderung.

Und sollte doch noch etwas dazwischen kommen, so liegt dies den Ausführungen der Baudezernentin zufolge an der hohen Personalfluktuation, die zur Zeit herrscht. Fachkräfte seien abgewandert, weil sie etwa in Köln wohnten und zur dortigen Stadtverwaltung gewechselt seien, um sich tägliche Fahrerei zu ersparen. Da der Fachkräftemarkt aber ziemlich abgegrast sei, vergehe unter Umständen Zeit, bis Positionen adäquat wiederbesetzt werden könnten.

Mit dem Problem stehe Leverkusen auch nicht allein. Mit Untätigkeit habe das wirklich nichts zu tun.

Quelle: RP
 
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