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Leverkusen
Bauverein kauft "Deutsche-Bank-Gelände"

Leverkusen: Bauverein kauft "Deutsche-Bank-Gelände"
Ein Teil (im Bild hinten) der Parkplätze an der Kämpchenstraße im Zentrum von Opladen sollen für neuen Wohnraum wegfallen. Heute diskutiert die Politik das in der Bezirksvertretung II. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Der Gemeinnützige Bauverein Opladen (GBO) hat die Kritik einiger Politiker aus dem Stadtteil am Kauf eines Teils der Parkplätze Kämpchenstraße zurückgewiesen - und seine Vision erläutert: bezahlbarer Wohnraum mitten in der Stadt. Von Peter Clement

Langsam setzt sich ein Puzzle zusammen: Der Gemeinnützige Bauverein Opladen (GBO) hat das "Deutsche-Bank-Gelände" an der Birkenbergstraße gekauft. Das berichtete Geschäftsführer Bernd Fass gestern im Gespräch mit unserer Redaktion. Dazu gehören neben dem Filialgebäude auch die hinter dem Haus gelegenen Parkplatzbereiche. Und die wiederum grenzen an das ehemalige "Heggendruck"-Gelände, das der GBO bereits vor ein paar Jahren erworben hat.

All das verdeutlicht, warum der Opladener Bauverein in diesen Tagen auch die Bebauung eines Teils der öffentlichen Parkplätze an der Kämpchenstraße unter Dach und Fach bringen will. Das Gelände mit den rund 25 Parkplätzen würde helfen, einen weitgehend durchgängigen Gebäudekomplex zu schaffen, der Wohnen und Gewerbe gleichermaßen möglich macht und Baulücken schließt.

Fass betonte gestern, dies diene einem gerade für eine Genossenschaft wie der seinen ganz wichtigen Zweck - bezahlbaren Wohnraum mitten in der Stadt zu schaffen: "Ich sehe nicht ein, warum sich beispielsweise ein Facharbeiter oder eine Verkäuferin in Opladen weit und breit keine bezahlbare Mietwohnung in etwas zentralerer Lage leisten können sollen", fügte er hinzu.

Mit der Ankündigung, das ehemalige Gelände "Heggendruck" und das Haus Altstadtstraße 17 bis 19 kaufen zu wollen, hatte der Bauverein in Opladen vor drei Jahren einen echten Coup gelandet. Damit rief er damals allerdings gleichzeitig scharfen Widerstand von einigen Anwohnern, Ärzten und Geschäftsleuten der Birkenbergstraße/Kölner Straße hervor. Sie sammelten Unterschriften gegen das Vorhaben und bremsten das Projekt für eine Weile aus. "Die Parkplätze an der Kämpchenstraße werden auch in den nächsten vier bis fünf Jahren in der heutigen Form erhalten bleiben" - diese Wahrscheinlichkeitsrechnung stellte die Leverkusener Verwaltung seinerzeit im Stadtrat auf.

Heute nun sollen die Mitglieder der für Opladen zuständigen Bezirksvertretung II die Umwidmung eines Teils der Parkplätze beschließen - der Stadtrat trifft dann in seiner Sitzung die Entscheidung über den Verkauf.

OP Plus und FDP hatten am Wochenende erneut gegen den Parkplatzverkauf protestiert - "und das leider nicht ganz der Wahrheit entsprechend", kritisiert der GBO-Geschäftsführer. "Markus Pott erweckt mit einem neuen Flugblatt seiner Wählervereinigung beispielsweise den Eindruck, es sollten alle Parkplätze verkauft werden. Dass es nur etwa die Hälfte sind, weiß er genau, bildet es aber nicht ab."

Zur Kritik des Opladener FDP-Ratsherren Friedrich Busch wolle er sich "am liebsten überhaupt nicht äußern", sagte Fass. Busch hatte behauptet, die Parkplätze seien zwingend notwendig für Kunden der Birkenbergstraße, und dann hinzugefügt: "Der Bürger erwartet Transparenz und keine Geschäfte hinter dem Rücken."

"Populismus pur" nannte Fass gestern diese Aussage. Der FDP-Politiker versuche den Eindruck zu erwecken, es werde, es werde bei dem Projekt gemauschelt. Das sei ungeheuerlich.

Dass Leverkusen dringend pro Jahr 200 bis 300 neue Wohnungen benötige, hatte der GBO-Chef schon im Jahr 2015 betont. Mit dem benachbarten Grundstück von Heggendruck und der Deutschen Bank, die bekanntlich etwa jede vierte Filiale schließen will, versucht der Bauverein nach eigener Darstellung, diesen Druck zu vermindern und die Mieten bezahlbar zu halten.

Quelle: RP
 
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