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Leverkusen
Bauverein will Bremsklötze am Projekt City C wegräumen

Leverkusen: Bauverein will Bremsklötze am Projekt City C wegräumen
Noch bestimmt Tristesse den Alltag in der City C. FOTO: UM/Skizze: City-C-Büro
Leverkusen. Die Pläne zur Revitalisierung der City C bleiben vorerst ein Papiertiger. Denn noch immer haben nicht alle Eigentümer beim Notar zugestimmt. Mittlerweile ist der Bauverein Opladen fürs Projekt zuständig. Er will 50 Wohnungen bauen. Von Ludmilla Hauser

Spricht Bernd Fass, Chef des Gemeinnützigen Bauvereins Opladen (GBO), über die City C, kommt er ins Schwärmen: "Das ist ein idealer Wohnstandort. Zum Beispiel für Senioren wegen der Innenstadtlage, aber auch für Pendler wegen der idealen Infrastruktur mit dem Bahnhof in unmittelbarer Nähe", sagt Fass. Der GBO ist derzeit der Haupttreiber des Projekts "Neue City C". Aus dem gescheiterten Einzelhandelsstandort soll ein Wohnquartier mit Nahversorgung werden plus Büroflächen und Platz für ein Hotel.

Bernd Fass ist aber auch Realist genug, um zu sehen: Bis die ersten Mieter in ein umgestaltetes Areal an der Stelle des heutigen Leerstandes einziehen können, ist der Weg steinig. Denn auch wenn sich die beiden City-C-Projektentwickler Rainer Häusler (ehemals Finanzdezernent) und Gert Geiger (früher städt. Gebäudewirtschaft) bis Ende 2016 nicht nur in die Materie eingearbeitet, mit den mehr als 100 Eigentümern verhandelt und im Herbst ein allseits hochgelobtes Konzept vorgestellt hatten - ganz fertig geworden sind sie nicht. Bis Ende 2016, so hatten sich die beiden mittlerweile ausgeschiedenen City-C-Visionäre gewünscht, sollten alle Eigentümer beim Notar unterschrieben haben. Aber: Noch "haben eine Hand voll Eigentümer nicht zugestimmt", berichtet Bernd Fass. "Wenn auch nur einer Nein sagt, scheitert das Vorhaben, die City C zu revitalisieren."

Unter anderem lockere Wohnbebauung an der Friedrich-Ebert-Straße links neben der Sparkasse sieht der Vorschlag zur Revitalisierung der City C vor, den Häusler/Geiger haben erarbeiten lassen. FOTO: City C Büro

Seit Anfang des Jahres hat der GBO die Aufgabe, alle Eigentümer an Bord zu holen, übernommen - und hat sich dazu Gert Geigers Dienste als Berater gesichert. Der hatte mit Rainer Häusler im vergangenen Jahr eine mögliche Zukunft des Areals zwischen Friedrich-Ebert-Platz und Sparkassen-Zentrale in der City skizziert. Ende 2017 könnte der Abriss beginnen. "In der ersten Hälfte 2020 soll das Ganze fertig sein", hatte Häusler damals in Aussicht gestellt. Geiger hatte ergänzt: "Aus einer Hinterhofatmosphäre wird jetzt eine Adresse."

Nun wird sich das Ganze womöglich verzögern, denn Fass ist mit Prognosen vorsichtig: "Wir hoffen, Betonung auf Hoffen, dass wir in den nächsten drei Monaten die Eigentümererklärung haben. Spätestens im weiteren Verlauf des Jahres."

Parallel hat der Bauverein ein Bebauungsplanverfahren angestoßen, das laut Stadt im aktuellen Beratungsturnus der Politik seinen Platz hat. Bisher existiere im Bereich City-C der Bebauungsplan aus dem Jahr 1976, der für die Errichtung des damaligen City-Centers entwickelt worden sei, sagt die Verwaltung. Mittlerweile besteht aufgrund "fortschreitenden baulichen Instandsetzungsbedarf sowie der deutlich nachlassenden Vermarktungsfähigkeit und fehlender ,Selbstheilungskräfte'" Handlungsbedarf. Und auch die Stadt wünscht sich den recht zügig: "Aufgrund der Wichtigkeit des Projektes wird das Bebauungsplanverfahren mit höchster Priorität vorangetrieben", betont Stadtsprecherin Julia Trick.

Bernd Fass stimmt zu: "Diese beiden Themen - Eigentümererklärung und Bebauungsplan - müssen geklärt sein, dann habe ich keine Bedenken, dass weitere Investoren schnell gefunden werden." Denn ganz alleine wird der GBO das Projekt mit Hotel und Dienstleistungsangebot nicht stemmen: "Der Bauverein interessiert sich für die dort entstehenden Wohnungen und macht keine Stadtentwicklungspolitik, die nicht der Satzung der Genossenschaft entspricht. Und die heißt ganz klar eben Wohnungsbau", betont der GBO-Chef. 40 bis 50 Wohnungen der vom Gespann Häusler/Geiger für das Areal vorgestellten 94 kann sich Fass vorstellen zu bauen.

Neuland ist Wiesdorf für die Opladener Wohnungsgesellschaft nicht: Auch dort ist der GBO mit Wohnungen, etwa an der Kaiserstraße, vertreten. "Der Wohnungsmarkt in Leverkusen ist sehr gefragt", ergänzt er. "Deswegen sind wir auch bei der City C mit voller Motivation dabei. Sollte ein Eigentümer querschießen, wäre das Projekt am Ende. Fass: "Aber es kann nicht sein, dass die City C liegen gelassen werden mus und verrottet. Das geht nicht."

Quelle: RP
 
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