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Leverkusen
Bayer-Chef befürwortet das Freihandelsabkommen

Diese Köpfe verhandeln über TTIP
Diese Köpfe verhandeln über TTIP FOTO: dpa
Leverkusen. Am Wochenende sind zigtausend Menschen weltweit gegen das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP beim globalen Aktionstag auf die Straße gegangen.

In Leverkusen machten die Mitglieder der Initiative Stopp-TTIP-Lev am Samstag in der Opladener Fußgängerzone mit Flugblättern und anderem Infomaterial Bürger aufmerksam. In dieser Woche startet zu dem Thema eine weitere Verhandlungsrunde zwischen den USA und der EU.

In Berlin gab's gestern dagegen aus der Wirtschaft positive Aussagen zum Freihandelsabkommen: Ulrich Grillo, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Industrie (BDI), sagte: "Mit TTIP haben Europa und die USA jetzt die einzigartige Möglichkeit, wichtige Regeln für die Weltwirtschaft des 21. Jahrhunderts zu schaffen - und zwar auf hohem Niveau. Diese Chance sollten die Verhandlungsführer nutzen und ambitioniert verhandeln." Aber TTIP solle laut BDI auch ein umfassendes Nachhaltigkeitskapitel enthalten, in dem sich die EU und die USA auf die Einhaltung hoher Standards zum Schutz von Arbeitnehmern und der Umwelt einigten.

In Leverkusen machten die TTIP-Gegner Samstag die ihrer Meinung nach negativen Auswirkungen des Abkommens deutlich: Sie fürchten massive Eingriffe in die von den Gemeinden angebotenen kommunalen Dienstleistungen in fast allen Bereichen wie Gesundheit, Energie, Wasserversorgung, Öffentlicher Nahverkehr, Bildung oder Kultur - auch in Leverkusen, sagte der Sprecher der Initiative, Peter Röhrig.

In einem Flugblatt von Stop-TTIP-Lev geht es auch um die Gefahren von Lebensmitteln aus genmanipulierten Pflanzen und Fleisch von hormon-manipulierten Tieren, die mit gentechnisch veränderten Futtermitteln großgezogen werden. "Wir weisen immer wieder auch auf die Gefahren von solchen Lebensmitteln hin", betonte Peter Röhrig. Stichwort aus die Bereich ist etwa das in den Medien häufig angeführte Chlor-Hühnchen.

In Berlin hat der BDI jetzt eine Publikation zum Thema Freihandelsabkommen mit den Vereinigten Staaten herausgegeben, in der sich auch deutsche Unternehmen dazu äußern. Neben etwa den Chefs von Thyssen-Krupp und Daimler wird Bayer-Konzernchef Marijn Dekkers zitiert. Er sagt: "Die Frage ist nicht, ob wir TTIP brauchen, sondern wie wir es gemeinsam ausgestalten können."

(LH)
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