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Leverkusen
Bayer öffnet sein Kunst-Schatzkästchen

Leverkusen: Bayer öffnet sein Kunst-Schatzkästchen
Das "Abstrakte Bild 555" von Gerhard Richter gehört zu den Höhepunkten der Schau, die morgen Vormittag im Erholungshaus eröffnet wird. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Zum Jubiläum "125 Jahre Werk am Rhein" zeigt der Konzern im Erholungshaus jetzt Auszüge seiner Kunstsammlung. Von Tobias Falke

Wer sich für die Kunst des 20. Jahrhunderts interessiert und von Gerhard Richter das 2,5 x 2,5 Meter große "Abstrakte Bild 555" aus dem Jahr 1984 im Original sehen möchte, der muss eigentlich der Konzernzentrale Bayer Leverkusen einen Besuch abstatten. Doch nun kommen Liebhaber der Kunst im Bayer Erholungshaus auf ihre Kosten. Denn dort startet die Spielzeit von Bayer Kultur morgen, 28. August mit der Vernissage zur Ausstellung "Highlights der Sammlung Bayer". Präsentiert werden rund 100 zentrale Werke der unternehmenseigenen Sammlung, die normalerweise in den Vorstandsetagen oder Mitarbeiterbüros hängen und für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind - darunter das genannte Richter-Werk. Schwerpunkte der Werkschau sind der Expressionismus, die École de Paris, die Nachkriegs- und Informelle Kunst sowie die zeitgenössischen Positionen.

Kunst zu sammeln, das hat bei Bayer Tradition. Die Begeisterung für bildende Kunst lässt sich in der Geschichte der Bayer AG bis zu den Anfängen und den Unternehmensgründern Friedrich Bayer und Friedrich Weskott zurückverfolgen. Den eigentlichen Grundstock der späteren Sammlung legte aber der erste Bayer-Generaldirektor Carl Duisberg, der unter anderem von Max Liebermann 1909 portraitiert wurde. Auch dieses Porträt ist nun im Erholungshaus zu sehen. Im Laufe der Jahre wurde aus Duisbergs Idee, den Mitarbeitern des Unternehmens eine angenehme Arbeitsatmosphäre zu schaffen, eine Sammlung von musealem Wert. Deshalb wurde bereits 2013 in Berlin eine eigene Ausstellung im Martin-Gropius Bau installiert. "Die Resonanz war sehr groß, und viele Besucher und auch Leverkusener wollten die Ausstellung in ihrem Heimatort sehen", berichtet Andrea Peters vom Referat Kunst. Deshalb habe man zum diesjährigen Jubiläum "125 Jahre Werk am Rhein" beschlossen, wichtige gesammelte Werke der Öffentlichkeit nochmals zu präsentieren.

Mit ihm fing alles an: Bayer-Generaldirektor Carl Duisberg legte den Grundstein für die Sammlung, dazu gehört auch dieses Liebermann-Porträt von ihm. FOTO: Miserius Uwe

Die Ausstellung gleicht einem Gang durch die Kunst des 20. Jahrhunderts: Beginnend mit der Gründerzeit liegen die Schwerpunkte auf dem deutschen Expressionismus mit Werken von Kirchner, Schmidt-Rottluff, Beckmann und Barlach. Die École de Paris ist mit Chagall, Miró und Picasso vertreten, und für die Nachkriegszeit stehen neben Nay und Schultze internationale Künstler wie Francis, Chillida und Moore. Werke von Richter und Warhol und von Oehlen und Kippenberger führen in die Gegenwartskunst.

Die Vernissage findet morgen um 11 Uhr statt. Die Ausstellung "Highlights der Sammlung Bayer" ist bis zum 1. Januar 2017 im Erholungshaus zu sehen. Die Besucher können einen kleinen Flyer als Ausstellungsbegleiter oder einen umfangreichen Katalog erwerben.

Geöffnet sa, so und feiertags von 11 bis 17 Uhr und eine Stunde vor Beginn der Einzelveranstaltungen. Des Weiteren werden jeden ersten und dritten Sonntag im Monat ab 11.15 Uhr Führungen angeboten.

Quelle: RP
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