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Leverkusen
Bebauung Bürrig: "Es gibt keine Patentlösung"

Leverkusen: Bebauung Bürrig: "Es gibt keine Patentlösung"
Mitglieder der Bürgerinitiative "Lebenswertes Bürrig" hatten sich bereits vor längerer Zeit die Streuobstwiese, die unter anderem bebaut werden könnte, genauer angesehen. FOTO: UM
Leverkusen. Die Politik hat die Entscheidung über die Bebauung "Alte Garten" vertagt - bis voraussichtlich Ende November. Die SPD hatte das Thema noch weiter zurückstellen wollen - bis die Stadt eine alternative Verkehrserschließung vorlegt. Von Ludmilla Hauser

Kommen die zehn Einfamilienhäuser im Bereich Alte Garten in Bürrig oder kommen sie nicht? Auf die Frage gibt es erstmal aus der Politik keine Antwort. Denn im jüngsten Bauausschuss wurde das Thema "Bebauungsplan Alte Garten" vertagt. "Aber nur bis in den nächsten Sitzungsturnus, also bis zur nächsten Sitzung des Bauausschusses. Und die ist bereits Ende November", sagt Martin Krampf (SPD). Er hatte für die SPD in dem Gremium beantragt, das Thema solange zurückzustellen, bis die Stadt eine alternative Verkehrserschließung zur Straße Alte Garten erarbeitet hat. "Hauptsächlich geht es uns um die seit Jahren bestehende Verkehrsproblematik", sagt Krampf, nennt die ohnehin schon mit Autos zugestellten Straßenränder und vor allem den fehlenden Bürgersteig. "Alte Garten/Am Entenpfuhl ist ein Schulweg, aber die Kinder müssen jetzt schon auf der Straße gehen. Wenn da noch mehr Autos wegen der neuen Häuser fahren, wird es richtig brenzlig." Für die Ecke, das sieht Krampf, gebe es keine Patentlösung.

Aber vielleicht eine Art Umgehung weiterer verkehrlicher Probleme. Denn: Eine Idee aus der Anwohnerschaft sei es, das Areal statt über Alte Garten über den Mühlenweg zu erschließen. "Das ist zwar etwas aufwendiger, dafür könnte die Stadt bei den Anwohnern aber eventuell auf gewisse Akzeptanz stoßen", überlegt Sozialdemokrat Krampf laut.

Anwohner in Bürrig wehren sich seit mehr als eineinhalb Jahren gegen die Pläne eines Investors, im hinteren Bereich der Straße Alte Garten zehn Einfamilienhäuser zu bauen, und gründeten die Initiative "Lebenswertes Bürrig". Die moniert unter anderem: "Trotz - unserer Meinung nach - ungültiger Beschlussvorlage und Verfahrensmängeln (fehlendes gefordertes Verkehrsgutachten, Einstufung des Plangebietes als Fläche im Außenbereich nach Phg. 35 BauGB mit besonders hohen Auflagen) soll laut Bauverwaltung dieses Vorhaben umgesetzt werden", fasst Peter Odenthal von der Initiative zusammen. Die Einwände und Anregungen aus der frühzeitigen Bürgerbeteiligung fänden in den wichtigen Fragen in den städtischen Stellungnahmen keine Berücksichtigung. Die knapp 200 Einwände der Bürger seien "abschlägig bewertet" worden. "Wir als Antragsteller und engagierte Bürger fühlen uns kaltgestellt", betont Anwohner Odenthal. Die Initiative hatte als weiteren Grund gegen die Bebauung den Naturschutz angeführt. "In diesem Plangebiet befindet sich eine Streuobstwiese, die laut einer der Verwaltung vorliegenden Stellungnahme von Nabu/BUND eine für die Stadt Leverkusen seltene typische Streuobstwiese mit altem Baumbestand ist", argumentiert Odenthal. Solche Bereiche seien selten geworden und deshalb schützenswert. "Wir sind nicht gegen eine Bebauung um jeden Preis. Wir befürworten den Bau von Häusern für Familien mit Kindern. Aber unter der Berücksichtigung aller Aspekte - den gesetzlichen Forderungen und der Berücksichtigung von Flora und Fauna, denn die kann sich nicht wehren."

Politiker Krampf ist derweil gespannt, was die Stadt machen wird. Es könne sein, dass sie das Beratungspapier zur Alte Garten in der nächsten Sitzung nicht bringe oder "es ganz zurückzieht", sagt Krampf. Die Tagesordnung für die Sitzung am 28. November jedenfalls war bis gestern noch nicht veröffentlicht.

Quelle: RP
 
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