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Leverkusen
Befragung zur Lebensqualität in Manfort

Leverkusen. Rund 7000 Menschen leben in Manfort im Zentrum von Leverkusen, darunter viele Ausländer und Sozialhilfeempfänger. Autobahn und Bahnstrecke zerteilen den Stadtteil. Deshalb war schon vor zwei Jahren im Sozialbericht ein Handlungsbedarf festgehalten worden.

Einen ersten Schritt, um die Lebensqualität in dem Stadtteil zu verbessern, macht nun das Diakonische Werk Leverkusen. Es hat nach eigenen Angaben ein Projekt mit dem Titel "Gemeinsam leben in Manfort" entwickelt, das vom Land NRW über das Programm "NRW hält zusammen ... für ein Leben ohne Armut und Ausgrenzung" gefördert wird. Es richtet sich an Kinder ab vier Jahren, Jugendliche und Familien, die im Stadtteil Manfort leben. Ziel ist es, durch eine Befragung der Bevölkerung herauszufinden, wo etwas geändert werden sollte und wie sich die Bürger zu diesem Zweck einbringen können. Drei Mitarbeiter unter der Leitung von Pfarrer Hans Höroldt kümmern sich um die Umsetzung.

Zunächst wende man sich an alle Organisationen und Institutionen in Manfort. "Dazu zählen beispielsweise die Kirchengemeinden, Kitas, Familienzentren oder auch Kleingartenvereine", erklärt Projektmitarbeiterin Julia Tacir. Man erfasse die vorhandenen Angebote, frage die dort Tätigen aber auch, welche Potenziale sie im Stadtteil sehen und wo mögliche Probleme liegen.

Anschließend werden die ansässigen Unternehmer - wie Kioskbesitzer, Gemüsehändler oder Imbissbetreiber - kontaktiert. Zu guter Letzt werden die Bürger um ihre Einschätzung gebeten. Dazu sind geschulte Studenten auf unterschiedlichen Straßen in Manfort unterwegs. Sie alle verfügen über einen Dienstausweis, den sie auf Verlangen vorzeigen können, weist das Diakonische Werk hin. Im Vorfeld habe man die Bewohner auch schon per Post über die Befragung informiert.

Nach der Auswertung werden die Ergebnisse in einer öffentlichen Versammlung präsentiert. Das Diakonische Werk rechnet damit, dass sich dort mehrere Themen ergeben, die dann von einzelnen Gruppen in Angriff genommen werden können. Möglich seien zum Beispiel "die Verbesserung der Wohnsituation oder Angebote für Kinder und Jugendliche", mutmaßt Julia Tacir.

Klar ist nur eins: Sinn der Befragung ist, dass sich die Bürger selbst bei der Umsetzung der Aktivitäten beteiligen. "Hier geht es nicht nur darum, der Politik und Verwaltung ein Forderungspaket zu überreichen, sondern auch selbst die Ärmel hochzukrempeln und mit Hilfe der Projektmitarbeiter Angebote und kleine Vorhaben zu entwickeln und umzusetzen", teilt das Diakonische Werk mit.

Die Ergebnisse aus der Befragung sollen allerdings auch in die weiteren städtischen Planungen für Manfort einfließen.

(sug)
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