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Leverkusen
Bierlesung: Von flüssigem Roggen

Leverkusen: Bierlesung: Von flüssigem Roggen
Armin Kotterheidt und Björn Wagner präsentierten ungewöhnliche Gerstensäfte und dazu passende Literatur. Das kam bestens an. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Wussten Sie, dass es einen Brandenburger Bierkrieg gab? Dieser ist auch gar nicht mal so lange her. 2005 entstand ein langjähriger Rechtsstreit zwischen der Klosterbrauerei Neuzelle und der Landesregierung Brandenburg. Von Tobias Falke

Gegenstand der Auseinandersetzung war die Frage, ob das Schwarzbier "Schwarzer Abt", das traditionell mit rund zwei Prozent Invertzucker gebraut wird und damit gegen das deutsche Reinheitsgebot verstößt, in Deutschland als "Bier" in den Verkehr gebracht werden darf. Die Klosterbrauerei gewann den Prozess und durfte weiterhin das besondere Bier brauen und verkaufen.

Ohne diesen Erfolg hätten die Gäste der literarischen Bierprobe dieses Gesöff nicht probieren können. Zehn Gäste lauschten den Stimmen von Gastgeber Armin Kotterheidt und Initiator Björn Wagner. Insgesamt wurden zehn Biere vorgestellt, die allesamt mit literarischen Texten untermalt wurden. So gab es zum Beispiel beim erwähnten "Schwarzen Abt" einen Auszug aus dem Buch "Bier gegen Buch - Zwei Herzen schlagen, ach, in meiner Brust".

Beim Cadolzburger Roggen vom Brauhaus Brandmeier aus Bayern gab es Auszüge von Mikko Rimminens Tütenbierroman: "Bifi entkorkte eine Halbliterflasche Bier. In seiner Geste lag eine bedeutsame und zukunftsgläubige Großartigkeit, es sah ein bisschen so aus, als würde er einen Edelgetränk-Behälter an der Flanke eines vom Stapel laufenden Ozeanriesen zerschellen lassen."

Zehn Irrtümer über Bier

Es folgten Michael Sailers "Folgen einer Entleerung", "Die Tante Jolesch" von Friedrich Torberg und "Der Redakteur" von Charles Bukowski. Als zum Schluss das "Fluitter" Bier präsentiert wurde, staunten die Teilnehmer nicht schlecht. Neun Prozent Alkoholgehalt zeigte das Etikett des Bieres, das aus der Bitburger Brauerei für Kloster Mariawald aus Rheinland-Pfalz kam. Passenderweise hieß die finale Lesung "Kein Bier vor vier" von Bernd Imgrund.

Die Idee einer literarischen Bierprobe kam Björn Wagner vor acht Jahren in Münster. "Lesen und Reisen habe ich von meinen Eltern mitbekommen. Bier trinke ich für mein Leben gerne. Da am 23. April sowohl 'Tag des deutschen Bieres' als auch 'Internationaler Tag des Buches' ist, wollten wir zeitlich angepasst dieses literarische Biervergnügen anbieten", erläutert der Bierspezialist. Bereits im Vorjahr fand die Bierprobe im Hause Kotterheidt statt. Ein Teilnehmer erinnert sich: "Wenn Armin und Björn passende Auszüge vorlesen, dann fühlt man sich oft in die Situationen hineinversetzt. Gibt es ein irisches Bier, spielt die Geschichte etwa in Dublin. Außerdem ist so ein Abend mal was anderes."

Quelle: RP
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