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Leverkusen
Birnentausch in 120 Metern Höhe

Neue LED-Birnen für das Bayer-Kreuz
Neue LED-Birnen für das Bayer-Kreuz FOTO: Miserius, Uwe
Leverkusen. Die neuen LED-Leuchten im Bayer-Kreuz im Chempark sollen so gleichmäßig und warm strahlen wie die Glühbirnen von 1958. Von Susanne Genath

Petrus meinte es gut mit den Technikern der Firma Bayer: Als sie gestern die letzten alten LED-Birnen im Bayer-Kreuz durch neue ersetzten, strahlte die Sonne vom Himmel. "Wenn es zu windig wird, kann man hier nicht mehr arbeiten", erklärt Servicetechniker Franz-Josef Ebert. Er erledigt den Austausch der Leuchten von einer kleinen Gondel aus. Sie wird von fünf Kollegen am Boden - besser gesagt: vom Dach des Lanxess-Gebäudes aus, auf dem das Kreuz steht - überwacht und mit Seilen sowie über einen Steuerstand zur richtigen Position in der 120 Meter hohen Konstruktion gebracht. Ebert ist in der offenen Kabine mit Gurten gesichert. Die Kommunikation erfolgt über Hand-Funkgeräte. "Zwei bis zehn Minuten dauert es, eine LED zu wechseln", sagt der 57-Jährige.

Insgesamt mussten jetzt 1710 Birnen getauscht werden. "Damit erreichen wir eine Energie-Ersparnis von 20 Prozent", berichtet Peter Skornia, der für Bayer Grundstücke, Gebäude und das Bayer-Kreuz betreut. Die neuen Vier-Watt-Leuchten (statt bislang fünf Watt) haben die Energieeffizienzklasse A+.

Arbeit in 100 Metern Höhe: Das Bayer-Kreuz hat neue Birnen

Bereits 2009 hatte das Unternehmen von klassischen Glühbirnen auf LEDs umgestellt. Mittlerweile hat sich die Technik geändert. Weitere Vorteile der neuen Leuchtmittel: Eine Birne wiegt nur noch etwa 40 statt vorher 130 Gramm. Damit werde die mechanische Belastung der Bayer-Kreuz-Konstruktion - eine Seilkonstruktion mit einem Durchmesser von 51 Metern - verringert, erklärt Thorsten Thran, der betreuende Ingenieur für das Bayer-Kreuz. Außerdem werde die Drahtseil-Konstruktion wieder heller und gleichmäßiger ausgeleuchtet, weil die neuen LEDs in Farbton und Strahlkraft der Glühlampentechnik entsprächen. "Mit den alten LEDs war der Kranz an manchen Stellen nicht so klar zu erkennen."

1958 wurde das Bayer-Kreuz errichtet. "Es ist das Wahrzeichen von Leverkusen", sagt Peter Skornia. Und eine Fleißarbeit. Die Buchstaben werden mit 1252 Birnen erleuchtet, der Außenkranz mit 458. Der Umfang beträgt 160 Meter. "Durch die neuen Leuchten müssen wir nur noch etwa alle drei Monate hoch ins Kreuz, früher war es alle drei bis vier Wochen nötig", berichtet Thorsten Thran.

Das "Y" des Bayer-Schriftzugs aus luftiger Nähe. Die LED-Leuchten für die Buchstaben sind mit einem Kranz versehen, damit sie nur nach vorne abstrahlen. FOTO: Uwe Miserius

Windmesser auf dem Dach und auf einer Spitze des Kreuzes geben an, ob eine Arbeit oben überhaupt möglich ist. "Bei Windgeschwindigkeiten von über zehn Metern pro Sekunde wird alles abgebrochen", sagt Servicetechniker Holger Zank (50). Das sei selbst an ruhigen Tagen möglich. "Denn es kann immer sein, dass plötzlich eine Bö aufkommt." Das war gestern nicht der Fall. "Es ist fast windstill, da ist alles kein Problem", freute sich Franz-Josef Ebert.

Ein Video gibt es im Internet unter www.rp-online.de/leverkusen

Die Leuchten im Außenkranz des Bayer-Kreuzes sollen nach allen Seiten abstrahlen. FOTO: Miserius Uwe
Quelle: RP
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