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Leverkusen
Bis Oktober kamen 276 Flüchtlinge in die Stadt

Leverkusen: Bis Oktober kamen 276 Flüchtlinge in die Stadt
FOTO: Stadt Leverkusen/ Grafik: Julia Zuew
Leverkusen. Der Zustrom an schutzsuchenden Menschen hat stark nachgelassen. Die Stadt unterhält derzeit an acht Standorten Unterkünfte, das Land an einem. Die Ermittlungen zu den Vorfällen in der Auermühle dauern an. Von Ludmilla Hauser

Vor einem Jahr bestimmte das Thema Flüchtlinge das Tagesgeschäft in der Stadt. Mittlerweile ist es - bis auf die offenbar kriminellen Vorfälle in der mittlerweile geschlossenen Landesunterkunft Auermühle, die im September ans Licht kamen - ruhig geworden bei dem Thema.

Dabei leben laut Angaben der Stadt derzeit rund 3600 Menschen, die vor Terror und Gewalt in ihrer Heimat geflohen sind, in Leverkusen. In dieser Kennzahlen seien sowohl Menschen genannt, "die in Unterkünften als auch in Wohnungen in Leverkusen leben", sagt Stadtsprecherin Julia Trick. Das Land hat zum 1. Oktober die Flüchtlingsunterkunft an der Görresstraße von der Stadt als Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) übernommen. Dort leben derzeit 158 Menschen, berichtet Freia Johannsen von der Bezirksregierung Köln. Es ist mittlerweile die einzige Landesunterkunft. Zur ehemaligen Landeseinrichtung an der Auermühle laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. "Wir können derzeit aber keine Details bekannt geben", sagt Staatsanwalt Ulrich Bremer auf Nachfrage unserer Redaktion, "um diese Arbeit nicht zu gefährden."

Zur Erinnerung: Im September war herausgekommen, dass mehrere Bewohner der Containerunterkunft auf dem ehemaligen Freibadgelände an gewerbsmäßigen Diebstählen beteiligt gewesen sein sollen. Es ging um Ladendiebstähle, beim Diebesgut vor allem um Marken-Sportbekleidung und -Turnschuhe.

In die Machenschaften eingeweiht gewesen sein oder sogar dazu animiert haben sollen unter anderem auch Mitarbeiter der Sicherheitsfirma, des Reinigungsunternehmens und des die Einrichtung betreuenden Malteser Hilfsdienstes. Ende September waren in dem Fall sechs Wohnungen in Köln, Rheindorf und Opladen untersucht worden. Bewohner der Auermühle sind im Zuge der Auflösung des Containerdorfs unter anderem an die Görresstraße umgezogen.

Apropos Umziehen: Derzeit ziehen auch Flüchtlinge aus der Unterkunft Sandstraße in die anderen städtischen Einrichtungen um. Grund: Die Unterkunft an der Sandstraße muss dringend saniert werden. Im Sommer hatte Baudezernentin Andrea Deppe bereits angekündigt, dass die hinteren Gebäudeteile wohl abgerissen und neue gebaut werden müssten. "Wir prüfen noch, ob der vordere Gebäudeteil saniert werden kann", hieß es weiter. Die grundlegende Sanierung des Heims an der Sandstraße ist laut Julia Trick auch mit ein Grund, dass die Stadt darüber froh ist, noch etliche Standorte zur Flüchtlingsunterbringung zur Verfügung zu haben, in die die Sandstraßen-Bewohner ziehen können.

Derzeit unterhält die Stadt inklusive Sandstraße acht Unterkünfte, berichtet die Stadtsprecherin: An der Schopenhauerstraße (Steinbüchel), der Felderstraße (Rheindorf) und Im Bühl (Schlebusch) gibt es Containereinrichtungen, an der Heinrich-Lübke-Straße (Schlebusch/Steinbüchel), der Josefstraße (Manfort), der Stralsunder (Quettingen) und der Manforter Straße (Wiesdorf) Gebäude, in denen die Menschen untergebracht sind.

Der Zustrom an Schutzsuchenden hat in diesem Jahr - gemessen an 2015 - stark nachgelassen. Bis Ende Oktober seien 276 Flüchtlinge in die Stadt gekommen. "Es handelt sich hauptsächlich um vereinzelte Menschen, die im Rahmen von Familienzusammenführungen herkommen", erläutert Trick.

Quelle: RP
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