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Leverkusen
Bis zu 42 Wohnungen für Flüchtlinge von der WGL

Leverkusen: Bis zu 42 Wohnungen für Flüchtlinge von der WGL
"Agieren, statt reagieren" lautet der Auftrag, dem sich WGL-Aufsichtsratschef Richrath (Foto) und Geschäftsführer Mues stellen. FOTO: Miserius (archiv)
Leverkusen. Aufsichtsratschef Uwe Richrath kündigte jetzt an, diese alljährliche Selbstverpflichtung gelte ab sofort und unbegrenzt Von Ludmilla Hauser

Die Wohnungsgesellschaft Leverkusen (WGL), ein Tochterunternehmen der Stadt, will dieser in Sachen Flüchtlingsunterbringung verlässlich helfen. Der Aufsichtsrat hat jetzt einem Konzept zugestimmt, das vorsieht, fünf bis sieben Prozent der neu vermietbaren rund 600 Wohnungen im Jahr für die Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen.

"Das sind umgerechnet 30 bis 40 Wohnungen", sagt Aufsichtsratschef Uwe Richrath. Die Stadt wird die Wohnungen für die Flüchtlinge mieten. Diese Selbstverpflichtung gelte ab sofort und unbegrenzt. Es gebe aber bestimmte Kriterien, die bei der Auswahl der Wohnungen/Verteilung der Flüchtlinge erfüllt sein müssten, die sich die WGL auferlegt:

1. Die Belange der Mietergemeinschaft müssen berücksichtigt werden.

In Zahlen: Flüchtlinge pro Stadt FOTO: RP

2. Ebenso die Vermeidung von sozialen Konflikten.

3. Die Verteilung erfolgt auf alle WGL-Standorte, nicht nur auf den Stadtteil Rheindorf, in dem die WGL den größten Anteil ihrer Wohnungen unterhält, nämlich rund 2500.

4. Ethnische Belange sollen berücksichtigt werden. Dabei gehe es darum, zu schauen, wer passt in einer Hausgemeinschaft zusammen, auch im Hinblick auf unterschiedliche Nationen, beschreibt Richrath.

5. Ein angemessenes Verhältnis von Personenzahl und Wohnfläche soll beachtet werden. "Es kann nicht sein, dass zehn Leute in einer Drei-Zimmer-Wohnung leben", ergänzt Richrath.

6. Eine schnelle Reaktionszeit bei Störung soll gewährleistet werden. "Falls etwas nicht passt, die neuen Mieter sich nicht wohlfühlen oder sich daneben benehmen, wollen wir schnell reagieren", erläutert WGL-Geschäftsführer Wolfgang Mues. Ihm ist es wichtig, dass auch gerade auf die Bestandsmieter Rücksicht genommen wird.

Vorbild für die Selbstverpflichtung ist das Kölner Wohnungsunternehmen GAG, daran sei das WGL-Konzept angelehnt, berichtet Mues. Mit dem Konzept wolle die WGL vor allem das Leverkusener Modell unterstützen, das vorsieht, Asylbewerber hauptsächlich in Wohnungen unterzubringen denn in Heimen.

Die fünf bis sieben Prozent der 600 neu vermietbaren Wohnungen pro Jahr sei eine verkraftbare Zahl, hofft Mues, ohne dass es zu Beschwerden kommen werde. Immerhin hat die WGL auf die 600 Wohnungen rund 1000 Bewerber. Mues betont: "Wir wollen die regulären Bewerber mit unserer Selbstverpflichtung nicht nach hinten verschieben."

Was ist was - Begriffe zum Thema Flüchtlingsunterkünfte

Mues und Richrath sind sich einig: "Sozialer Wohnungsbau ist wichtig. Wir sind bereit, da zu investieren, brauchen aber Flächen. Hier muss uns die Stadt Flächen zeigen, wo wir bauen können - auf städtischem oder privatem Grund", sagt Richrath.

Neuer, auch barrierefreier Wohnraum werde immer nötiger, angesichts auch der Tatsache, dass die Menschen immer älter würden. "Alle Wohnungen, die Aufzüge haben, sind sehr nachgefragt, die könnten wir quasi fünf mal vermieten", berichtet der Aufsichtsratschef.

Wolfgang Mues betont zum neuen WGL-Konzept zur Flüchtlingsunterbringung in Leverkusen: "Uns ist es wichtig, dass wir mit dem Konzept auch der Stadt ein Stück Sicherheit bei den Planungen zur Flüchtlingsunterbringung bieten. Wir wollen agieren, statt zu reagieren."

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Quelle: RP