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Leverkusen
Bis zu neun Windräder in Reusrath nahe der Grenze zu Leverkusen

Leverkusen. Der Bau von Windkraftanlagen in Reusrath könnte neuen Auftrieb bekommen. Zwar hatte das Verwaltungsgericht Düsseldorf im August die Klage der Firma SL Naturenergie GmbH (Gladbeck) gegen die 150-Meter-Höhengrenze in der ausgewiesenen Windkraft-Konzentrationszone abgewiesen. Von Stephan Meisel

Doch unabhängig vom Ausgang des von SL angestrengten Berufungsverfahrens vor dem Oberverwaltungsgericht treiben die Gladbecker eine Alternativplanung voran. "Wir bereiten jetzt das Genehmigungsverfahren für bis zu sechs Windenergieanlagen mit einer Gesamthöhe von jeweils knapp 100 Meter vor", kündigte SL-Projektleiter Joachim Schulenburg an.

Im Sinne der umweltschonenden Energieerzeugung kann eine Stadt den Bau von Windkraftanlagen nicht verhindern, diese jedoch auf eine ausgewiesene Zone beschränken. Auf dem hierfür 2006 nahe der Acker-/Rennstraße festgelegten Gelände sind laut Schulenburg wegen der 100-Meter-Grenze zwar moderne Windkraftanlagen nicht wirtschaftlich zu betreiben, womöglich aber gebrauchte Windräder. SL betreibe deutschlandweit mehr als 80 solcher Anlagen. Bei einem Austausch durch höhere Windräder andernorts ließen sich aus dem Bestand fünf oder sechs für Reusrath unmittelbar genehmigungsreife Anlagen leicht finden. "Die Vorrangfläche ist ja rechtskräftig. Wenn wir dort nicht investieren, tut es vielleicht ein anderes Unternehmen."

Darauf wies auf Anfrage auch Langenfelds Bürgermeister Frank Schneider (CDU) hin. "Wenn SL den Antrag stellt, muss der Kreis Mettmann ihn genehmigen." Anfang 2015 hatte Schneider die Höhengrenze von 100 auf 150 Meter verändern wollen, um SL den Bau von bis zu drei modernen Anlagen in Reusrath zu ermöglichen. Doch im Rat kippte seine eigene Partei Schneiders Vorstoß. "Gegen die sechs gebrauchten Windräder dürften keine politischen Widerstände zu erwarten sein", merkte Schneider mit Blick auf die Verweigerer an.

Deutlich höher hinaus könnte es unmittelbar an der westlichen Stadtgrenze gehen. Monheim, das bislang keine Konzentrationszone hat, hält laut Bürgermeister Daniel Zimmermann (Peto) an dem Vorhaben fest, "ein bis drei Windräder zu errichten - ohne Höhenbegrenzung und möglichst von der Mega umgesetzt". Beiderseits der A 59 war dies eigentlich als Gemeinschaftsprojekt mit Langenfeld geplant; doch die Nachbarstadt verwarf den Bau zweier Windräder nach Bedenken der Bezirksregierung wegen der Lage in der Wasserschutzzone sowie einem Artenschutzgutachten, das Fledermäuse und Baumfalken in Gefahr sah. Zimmermann zufolge wird jetzt für eine Bauvoranfrage ausgelotet, ob zumindest eine Anlage durch entsprechende Vorkehrungen dort dennoch möglich sei. Falls ja, komme das Thema im zweiten Halbjahr in den Rat.

Quelle: RP
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