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Postskriptum Diese Woche In Unserer Stadt
Biss in den Gebühren-Apfel

Leverkusen. Autsch. Das ist ein heißes Thema: Parkgebührenerhöhung in den drei Stadtzentren zu denselben Konditionen für oberirdische Parkplätze. 1,50 Euro pro Stunde, also so hoch, dass der Autofahrer - Achtung, Ironie - sofort den Fuß vom Gas und die Hand vom Parkscheinautomaten nimmt, das Auto stehen lässt und das Rad für den Wocheneinkauf aus dem Keller holt. Oder den Bus nimmt. Oder den Tretroller. Oder sein Auto eben in die Tiefgarage stellt, wo die Gebühr günstiger ist. Somit ist der Wagen von Stadtzentren-Seitenstraßen weg. So ähnlich denkt sich das die Stadt wohl, die nebenbei mit den höheren Gebühren an den 113 Automaten auch das Stadtsäckel aufpolstern möchte - weil eben nicht jeder ein Freund von Tiefgarage, Parkhaus, Fahrrad und Bus ist, doch mit dem Auto fährt und zähneknirschend in den sauern Gebühren-Apfel beißt.

Wer das städtische Beratungspapier liest, bekommt den Eindruck, dass vom Grünen Tisch gearbeitet wird. Fakt ist: Wiesdorf, Schlebusch und Opladen lassen sich nicht über einen Kamm scheren, die Einzelhandelsstrukturen sind zu verschieden. Wiesdorf punktet zudem mit vielen Parkmöglichkeiten, Opladen und Schlebusch eben nicht, dafür mit kleinen Geschäfte, die auch davon leben, dass für einen kurzen Besuch Parkplätze vor der Tür existieren. Diese Läden bleiben, da haben die Werbegemeinschaften recht, beim Konzept auf der Strecke. Die Lust, an der Zukunftsfähigkeit des eigenen Stadtteilzentrums mitzuwirken, wie es die Händler in Opladen tun wollen, auch. Klima schützen, ist gut. Bürger und Geschäftswelt dabei zurückzulassen, nicht.

Quelle: RP
 
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