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Leverkusen
Blasorchester feiert "weltweites" Jubiläum

Leverkusen. Jules Verne schickte seinen Titelhelden Phileas Fogg "In 80 Tagen um die Welt". Das Symphonische Blasorchester der Musikschule Leverkusen schaffte die Reise in wenig mehr als acht Minuten mit der gleichnamigen Komposition von Otto M. Schwarz. Von Monika Klein

Die Passage durch den Suez-Kanal, die eindrucksvollen Aufenthalte in Bombay, China, im wilden Westen der USA und in New York gerieten zwar ziemlich kurz aber dennoch erkennbar am typischen Klang und den Stimmungen der Musik.

Das eindrucksvolle Werk wurde zudem von passenden, bewegten Bildern begleitet. Mit diesem üppigen, zur Filmmusik tauglichen Orchesterwerk eröffnete das Blasorchester sein eigenes Geburtstagskonzert zum Zehnjährigen. Als erster Gratulant begrüßte Musikschulleiter Jürgen Ohrem das Publikum im vollen Saal und erinnerte an den Vorlauf vor gut zehn Jahren.

Der von Jürgen Klöckner angestrebte Aufbau eines symphonischen Blasorchesters sei damals heftig diskutiert worden. "Der Schulleiter war dagegen", gestand Ohrem und erklärte, er habe befürchtet, dass dadurch Bläser aus anderen Ensembles abgeworben und damit deren Lebensfähigkeit gefährdet würde. Das sei glücklicherweise nicht eingetreten. Längst sei er froh, damals überstimmt worden zu sein - und stolz auf "diesen wunderbaren Klangkörper", der sich unter Klöckners Leitung zum Aushängeschild entwickelt habe.

Derzeit gehören 55 Bläser und Schlagzeuger unterschiedlichen Alters zum Orchester. Vorbildlich arbeiten junge Musikschüler zusammen mit Erwachsenen an Klangbild und Präzision. Das Repertoire umfasst alle Genres von Bizets Oper Carmen bis zu Hits von Herbert Grönemeyer. Einen kleinen Überblick gab das Programm des Geburtstagskonzertes beispielsweise mit folkloristisch inspirierten Kompositionen, wie ein ruhiger Satz aus den "Tänzen der Kosaken" des Schweizer Musikers Franco Cesarini. Oder mit "Call of the Clans" ein Ausflug in die Schottischen Highlands mit hörbarer Landschaftsbeschreibung einer ebenso ruhigen wie eindrucksvollen Region.

Ein großer Gegensatz zum Broadway-Feeling im zweiten Teil mit einem Arrangement von Melodien aus Leonard Bernsteins West Side Story. Vor allem sperrt sich das Blasorchester auch nicht gegen zeitgenössische Musik. Und so gab es in diesem Konzert sogar eine Uraufführung. Dr. Paul Terse, der lange Zeit an der Leverkusener Musikschule unterrichtet hat und zu diesem Ereignis aus den USA angereist ist, hatte dem Symphonischen Blasorchester zum ersten runden Geburtstag eine "Toccata for Symphonic Wind Orchestra" geschrieben und so zeitig geschickt, dass man genügend Vorlaufzeit zum Einstudieren hatte. Intern habe man es "Leverkusen" genannt, verriet einer der Moderatoren aus dem Ensemble. Vielleicht wegen des lebendigen Duktus, der wie ein immerwährender Antrieb die Musik voranbringt? Oder wegen der darüber verfolgten einzelnen musikalischen Ideen, die etwas von der Vielfalt der städtischen Musikschule vermitteln.

Quelle: RP
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