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Leverkusen
Blauer Himmel über Bayer - und der Konzernchef gibt sich zufrieden

Leverkusen. Hoch hinaus ging es für Bayer gestern in jeder Beziehung: Erst gab das Unternehmen einen satten Gewinnsprung im dritten Quartal bekannt, das wiederum spornte die Anleger an - und so begab sich die Aktie des Leverkusener Konzerns auf Höhenflüge. Sie kletterte in der Spitze um 2,1 Prozent auf ein Sechs-Wochen-Hoch von 121,05 Euro und war damit stärkster Dax -Wert. Von Peter Korn

Kein Wunder, dass Konzernchef Marijn Dekkers bei der Bekanntgabe der Zahlen am Morgen äußerst zufrieden gewirkt hatte. "Auf dem Weg in eine erfolgreiche Zukunft als reines Life-Science-Unternehmen haben wir weitere wichtige Weichen gestellt", sagte der Vorstandsvorsitzende. Bayer hatte zudem gerade erst seine Kunststofftochter Covestro an die Börse gebracht, da glänzte die dank gesunkener Rohstoffkosten auch schon mit einem unerwartet hohen Gewinnanstieg.

Doch auch so schien der blaue Himmel über der Leverkusener Konzernzentrale gestern symbolische Bedeutung zu besitzen, wie die Quartalszahlen belegen: Von Juli bis Ende September legte der Umsatz auch dank neuer Medikamente und eines milliardenschweren Zukaufs um 10,7 Prozent auf 11,04 Milliarden Euro zu. Bereinigt um Zu- und Verkäufe sowie um Wechselkursschwankungen hätte das Plus nur 1,9 Prozent betragen. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von knapp einer Milliarde Euro - gut ein Fünftel mehr als ein Jahr zuvor.

Besonders stark waren die Zuwächse im Gesundheitsgeschäft. Das Agrarchemiegeschäft wuchs trotz Schwächen in Lateinamerika ebenfalls.

Für das laufende Jahr rechnet Bayer mit einem Umsatz von rund 46 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr hatte der Leverkusener Traditionskonzern einen Erlös von 42,2 Milliarden Euro erwirtschaftet. Zuwächse stellte das Unternehmen auch für den operativen Gewinn (Ebitda) vor Sonderposten und das bereinigte Ergebnis je Aktie in Aussicht. Diese dürften im oberen Zehner-Prozentbereich zulegen, hieß es.

Bayer plant nach der Trennung von Covestro übrigens keine weiteren großen Veränderungen. Es sei nicht das ultimative Ziel, ein reines Pharmaunternehmen zu werden, sagte Dekkers. Bayer wolle ein "diversifiziertes" Unternehmen sein.

Nach den Portfolio-Veränderungen, die der Konzern in den letzten Jahren umgesetzt habe, sei man nun auf dem Stand, eine gute Zusammensetzung erreicht zu haben: "Wir sind ganz zufrieden mit dem, wo wir jetzt sind."

Quelle: RP
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