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Leverkusen
Blitzsauber: 7300 Bürger sammeln Müll in der Stadt

Leverkusen: Blitzsauber: 7300 Bürger sammeln Müll in der Stadt
Udo Kreies Enkelin Nele (6) half dem Opa und den übrigen engagierten Biesenbachern beim Müllsammeln im Dorf und stieß dick behandschuht auf Flaschen. FOTO: Miserius, Uwe (umi)
Leverkusen. Damit hat die THW-Jugend nicht gerechnet: Beim 14. Putztag" Wir für unsere Stadt" stießen sie im Oulusee auf eine Schubkarre. Die ist voll funktionsfähig und landete Samstag freilich nicht auf dem Müll. Von Tobias Falke

Da staunten die Schüler der Remigiusschule nicht schlecht, als sie als Klimabotschafter bei der Aktion "Wir für unsere Stadt" mitmachten. Mit Schul-Dezernent Marc Adomat haben sie an der Wiembachallee beim Aufräumen ein Handy gefunden.

Doch die Grundschüler waren nicht die einzigen, die sich in den vergangenen Tagen als fleißige Helfer gemeldet haben. 7299 Leverkusener beteiligten sich dieses Jahr am 14. Frühjahrsputz. Darunter auch der ASV Opladen, der sich um den Ludwig-Rehbock Park an der Wupper in Opladen kümmerte. "Am meisten findet man hier Plastiktüten. Die Leute füttern die Enten im Teich und lassen dann den Müll liegen. Dabei ist alleine das Füttern schon verboten", betonte der Vorsitzende Heinz-Dieter Wilberts und ergänzte: "Wir haben auch schon Stühle aus der anliegenden Schule im Wasser gefunden oder alte Pizzas. Aber die Verschmutzung ist insgesamt im Gegensatz zu den letzten Jahren definitiv zurückgegangen."

Diese Meinung teilte auch Udo Kreie, der mit Sohnemann Björn und Enkelin Nele in Biesenbach zu Gange war. "Wir haben ganz viele alte Flaschen gefunden", erzählte die Sechsjährige, die als Unterstützung noch den Nachbarsjungen Peter mitnahm. Die Familie Kreie gehört zur Dorfgemeinschaft Biesenbach. Die organisiert sogar zwei Mal im Jahr einen "Putz-Tag". Im Herbst finden erneut Verschönerungen in der Dorf-Mitte statt. Am meisten räumen sie allerdings Müll und Bauschutt aus dem anliegenden Waldgebiet. "Die Leute schmeißen ihren Dreck einfach in den Wald, wenn sie sich nicht beobachtet fühlen. Ihnen ist der eigene Müll zu teuer. Anstatt ihn zu den Abgabeplätzen zu schaffen, müssen Fauna und Flora darunter leiden", empörte sich ein Anwohner.

In Hitdorf wurde am Rheinufer viel Holz aus dem Wasser geholt. Sogar vereinzelte Schuhe fanden sich immer wieder am Wegrand. Der Yacht-Club-Wuppertal-Hitdorf brachte den Müll direkt in die großen Container. Einen größeren Fund machte die THW-Jugend am Oulusee. Sie fanden nicht nur eine Schalttafel und eine Mistgabel - im Wasser hatte sich auch eine Schubkarre versteckt. Nach den Bergungsarbeiten stellten die Jugendlichen fest, dass die Schubkarre noch voll funktionstüchtig war. Selbst im Reifen war noch genügend Luft. So benutzen sie sie in Zukunft selbst.

Am Donnerstag und Freitag waren bereits viele Schulen und Kindergärten für ein sauberes Leverkusen unterwegs. Am Samstag kamen die Vereine hinzu. Insgesamt wurden 34 Containerstandorte und mehr als 120 Sammelstellen in den drei Tagen angefahren. Die Initiatorin der Aktion, Birgit Conrad von der Stadt, war selbst den ganzen Tag auf Tour, um die Helfer zu unterstützen. "Die ganze Aktion soll einfach Lust auf Leverkusen machen, Lust auf ein sauberes Leverkusen. Nur gemeinsam können wir das schaffen", bekräftigte sie.

"Wir für unsere Stadt" wurde 2002 ins Leben gerufen. Damals waren 850 ehrenamtliche Helfer bei der Aktion dabei. Nur ein Jahr später waren es 3000 Bürger. Den Rekord gab's 2011. Da waren 8000 Helfer auf den Straßen unterwegs.

Quelle: RP
 
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