| 00.00 Uhr

Leverkusen
Blumen für neuen Oberbürgermeister und zügige Ratssitzung

Blumen für den Herrn gab es gestern zu Beginn der Ratssitzung - für den neuen Herrn Oberbürgermeister, versteht sich. Wahlkontrahent Erhard Schoofs hatte zwar das Blumengebinde für Oberbürgermeister Uwe Richrath mitgebracht. Überreichen ließ er es aber von seiner Kollegin Barbara Trampenau von der Bürgerliste. E.T. hatte plötzlich wieder Knie, ganz wie vor seiner Kandidatur: Im Wahlkampf hatte er plötzlich behauptet, topfit zu sein und mehr Termine als der amtierende Oberbürgermeister wahrzunehmen. Über die wenigen Sitzreihen hinweg rief E.T. dem neuen OB zu: "Du hast die Blumen zwar nicht verdient, sie kommen aber von Herzen." Von Gundhild Tillmanns

Als Selbstüberreicher trat allerdings Reinhard Buchhorn mit einem großen Blumenstrauß vor seinen Nachfolger: "Diese Gratulation ist fast der wichtigste Tagesordnungspunkt", sagte Buchhorn. Und Richrath dankte ihm für einen "interessanten und fairen Wahlkampf".

Nach so viel Nettigkeiten ging es in einem Parforceritt fast reibungslos in einer Stunde durch 22 Tagesordnungspunkte. Wichtigestes Thema: die Unterbringung der Flüchtlinge. Abgelehnt wurden mehrheitlich vom Stadtrat die Bürgeranträge, Flüchtlinge in der Villa Wuppermann und im Kulturausbesserungswerk einziehen zu lassen. Im Haus der Falken seien bereits acht bis neun Flüchtlinge untergebracht, nahm Buchhorn Bezug auf einen Bürgerantrag, der damit bereits erfüllt sei. Das große Paket der Stadtverwaltung unter anderem mit einer Zeltstadt für Flüchtlinge wurde mit großer Mehrheit entschieden (42 Ja-Stimmen, zweimal nein und drei Enthaltungen). Die Bezirksvertretung I und III hatte sich vor der Ratssitzung mit der Thematik befasst und bereits einhellige Zustimmung signalisiert.

Beschlossen wurde, eine Zeltstadt für Flüchtlinge am Dhünnberg (ehemaliges Freibad Auermühle) im Auftrage des Landes NRW zu errichten und diese mit der Bezirksregierung Köln abzustimmen und umzusetzen. Die Kosten soll das Land zu 100 Prozent tragen. Außerdem soll das Kontingent von mindestens 300 Plätzen in der Zeltstadt bei der Stadt in Abzug gebracht werden, was die weitere Aufnahmeverpflichtung für Leverkusen anbelangt. Der Stadtrat hat sich außerdem dafür entschieden, in Hitdorf an der Stöckenstraße die Nutzungsmöglichkeit einer privaten Halle für 100 Flüchtlinge zu prüfen und zu entwickeln.

Darüber hinaus soll neu entstehender Wohnraum in Leverkusen vorübergehend für Flüchtlinge genutzt und anschließend wieder dem freien Wohnungsmarkt zugeführt werden. Außerdem sollen seitens der Stadt Wohnungen und Häuser für Asylsuchende angemietet werden.

Angekündigt waren für dieses Jahr zunächst 450 000 Flüchtlinge in Deutschland, mittlerweile liegt die Prognose bei 800 000. Leverkusen muss ein Kontingent von 1442 Asylsuchenden aufnehmen, abzüglich der Zeltstadtbewohner.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Leverkusen: Blumen für neuen Oberbürgermeister und zügige Ratssitzung


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.