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Leverkusen
Bökes Geschichten, die Trost spenden

Leverkusen. Wie die Natur draußen hat auch jedes Leben unterschiedliche Jahreszeiten. Deswegen kam Hubert Böke auch der Titel eines Kinderbuches in den Sinn, das er vor vielen Jahren hatte: "Mein Herz ist wie April". Als wechselhaft gilt der Frühlingsmonat, der heute als Vorbote des Sommers daherkommen kann und dann wieder winterliche Tage mit Graupelschauern oder gar Frost beschert. Bei trauernden Menschen, die nach dem Verlust des Partners die erste Phase des eisigen Winters überwunden haben, ist es ähnlich. Die Freude am Leben kommt zurück, doch sind sie noch nicht dauerhaft stabil. Von Monika Klein

Sie inspirierten den Pfarrer im Ruhestand, langjährigen Krankenhausseelsorger und Trauerbegleiter zu dieser gebundenen Sammlung von Geschichten, die kürzlich im Patmos-Verlag erschienen ist. Hubert Böke hat schon mehrere Veröffentlichungen herausgegeben, doch bisher waren es immer Sachbücher beziehungsweise Ratgeber zum Thema Tod und Trauer. Mit diesem Geschichten-Buch har er sich selbst einen Traum erfüllt. "Meine eigentliche Leidenschaft beim Schreiben war es immer, Geschichten zu erzählen." Sie dringen weiter in die Seele vor als nüchternere Sachbücher, weil sie immer eine zweite Ebene ansprechen. Immer wieder hat er in den vergangenen 20 Jahren Einzelne niedergeschrieben, alle, die ins Konzept passten, nahm er zusammen mit aktuellen in das Buch auf. Sie sind so unterschiedlich wie die drei Kapitel, denen sie zugeordnet sind: "Winter", "Wenn Tage wieder länger werden" und "Leise klopft das Leben an".

Es sind Fabeln oder Märchen wie sein "Gretel und Hänsel" mit einer trauernden Hauptperson, die sich nach dem Verlust verirrt fühlt im Wald des Lebens. Manche entstanden durch Erfahrungen und Gespräche in der Begegnungsstätte auf dem Friedhof Reuschenberg, die Böke mit seiner Frau vor zehn Jahren initiiert hat. Der finnische Holz-Pavillon ist zur Anlaufstelle für Trauernde geworden, wo Tränen fließen dürfen, aber auch herzlich gelacht wird. Zwischen Menschen in ähnlicher Lebenssituation fällt es leichter, sich zu öffnen. Längst werden Aktivitäten wie Spielenachmittage verabredet. Viele bedanken sich später, weil ihnen diese Ansprache gutgetan hat. "Das ist es, wovon man am Ende lebt bei dieser Arbeit", sagt Böke. Inzwischen verfolgt der Autor die Idee zu einem Kinderbuch, in dem ein Zwillingspaar eine Reise ins Weltall unternimmt, mit Kinderfragen im Gepäck.

Am 25. Mai liest Hubert Böke um 19 Uhr in der Langenfelder "Erlöserkirche", Hardt 23, aus dem Buch "Mein Herz ist wie April", Patmos-Verlag, 12,99 Euro.

Quelle: RP
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