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Leverkusen
Brand in Wohnblock - sechs Verletzte

Brand in Wohnblock in Rheindorf
Brand in Wohnblock in Rheindorf FOTO: Heinz-Friedrich Hoffmann
Leverkusen. Nach einem Treppenhaus-Brand in einem achtstöckigen Haus an der Peenestraße mussten am Dienstagmorgen sechs Bewohner mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Krankenhaus. Nach Informationen unserer Redaktion soll Brandbeschleuniger gefunden worden sein. Von Gundhild Tillmanns

Gleich mehrere Anwohner meldeten um kurz vor 5 Uhr in der Frühe ein Feuer aus dem sechsten Obergeschoss des Hauses. Beißender Qualm hatte mittlerweile den fünften bis siebten Stock erreicht. Drei Bewohner mussten im Korb der Drehleiter aus dem sechsten Stock gerettet werden. Sechs Bewohner, darunter zwei Kinder, wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Klinikum eingeliefert. Die Drei- bis 67-Jährigen konnten aber nach ambulanter Behandlung das Krankenhaus wieder verlassen.

Mehrere Menschen waren in ihren Wohnungen eingeschlossen. Der Brand war zwar schnell gelöscht, das offene Treppenhaus musste aber zunächst noch durchlüftet und gemessen werden. Während dieser Zeit wurden die Menschen in der siebten Etage von der Feuerwehr betreut und vor allem beruhigt. Vor Ort waren auch Notfallseelsorger, deren Beistand drei Bewohner in Anspruch nahmen.

Spekulation über Brandstiftung

Da das Feuer auch am Morgen noch sichtbar vor einer Wohnungstüre in der sechsten Etage ausgebrochen war, wurde sofort spekuliert, es müsse sich um Brandstiftung gehandelt haben. Auch seien in dem Haus immer wieder Nachbarschaftsstreitigkeiten eskaliert. Mehrfach sei deshalb die Polizei gerufen worden.

Die genauen Hintergründe des Feuers seien noch unklar. Die Polizei Köln habe die Ermittlungen vor Ort aufgenommen, hieß es von der Polizei Köln. Nach Informationen unserer Redaktion soll aber alles auf Vorsatz schließen lassen, da Brandbeschleuniger gefunden worden sein soll.

Die Frage nach vermehrten Polizeieinsätzen in dem Wohnhaus an der Peenestraße wurde von der Polizei zwar bestätigt. Es habe im vergangenen Jahr etwa zehn Polizeineinsätze in dem Haus gegeben, die allerdings immer von einer Partei ausgegangen seien.

Polizistinnen befragten Bewohner

Zwei Polizistinnen befragten am Dienstagmorgen die Bewohner des Hauses. Deutlich sichtbar waren noch die Brand- und Rußspuren vor allem in der sechsten Etage. Die völlig verbrannte rußgeschwärzte Wohnungstüre, abblätternde Deckenreste im Treppenhaus sind noch sichtbar trotz der bereits begonnenen Aufräumarbeiten. Mehrere Kinderwagen und Kinderfahrräder stehen im Treppenhaus. Neben den zwei Kindern, die ins Krankenhaus gebracht werden mussten, seien aber keine weiteren Kinder verletzt worden, sagte ein Hausbewohner unserer Redaktion.

Ein Mitbewohner aus einem unteren Stockwerk bestätigte, dass es öfter Streitigkeiten in dem Haus gegeben habe. Dabei habe es Lärm "von oben" gegeben, der gestern Abend aber nicht "schlimmer als sonst" gewesen sei. Den Ausbruch des Feuers gegen 5 Uhr früh habe er nicht bemerkt, auch nicht den Großeinsatz der Feuerwehr: "Wenn ich schlafe, dann schlafe ich", sagte der Mann.

Haus gehört einer Wohnungseigentümergemeinschaft

Und Nachbarn, die unmittelbar neben der Wohnung mit der verbrannten Türe wohnen, wollten sich überhaupt nicht zu dem Geschehen äußern.
Das Hochhaus gehört einer Wohnungseigentümergemeinschaft. Etliche Wohnungen scheinen aber vermietet und nicht von den Eigentümern selbst bewohnt zu sein.

Bei dem Großalarm waren insgesamt 54 Einsatzkräfte und 16 Fahrzeuge der Feuerwehr Leverkusen ausgerückt. Aus dem Kreis Mettmann und der Stadt Köln wurden weitere acht Rettungswagen mit 16 Sanitätern und Ärzten angefordert.