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Leverkusen
Brandschutzmängel: Sanierung oder Kita ist zu

Leverkusen. Der gesetzlich vorgeschriebene Ausbau der Kindergärten für Kinder unter drei Jahren sorgt für heiße Diskussion in der Politik. Alle wollen den Ausbau. Nur über die Baupreise streiten sich die Gelehrten, pardon die Volksvertreter. Baudezernent Wolfgang Mues platzierte im Finanzausschuss ein kleines Schreckgespenst: "Wenn im Kindergarten Pregelstraße, Rheindorf, nicht saniert wird und die Brandschutzmängel nicht behoben werden, müssen wir die Einrichtung schließen." Von Ulrich Schütz

Kinergarten Pregelstraße

Beim Stichwort "Brandschutzmängel" hören Leverkusener Politiker genauer hin: Das letzte Rathaus wurde wegen solcher Mängel abgerissen. Und jetzt eine Wiederholung in Rheindorf? Jugendamtsleiter Rainer Gurk legte noch nach: Grundsätzlich drohten ab 2014 die Schließungen von bestehenden Kindergartengruppen, in denen heute schon Kinder unter drei Jahren betreut werden. Vor allem bei den freien Trägern fehlten die vorgeschriebenen Räume: Dazu zählten ein Hauptraum, ein Nebenraum und ein Schlafraum für die kleinsten Kindergartenkinder.

Diese Räume müssten gebaut werden oder die Gruppe werde dicht gemacht, sagte Gurk. Heute arbeiteten diese Einrichtungen ohne Betriebserlaubnis. Wer die nicht habe, bekomme keine Zuschüsse. Dies betrifft 472 Plätze in Leverkusen.

Was bei Politikern wie ein Schock wirkte, ist sich laut Jugendfachmann eine lange bekannte Tatsache, die, zumindest momentan, mehr theoretischer Natur ist. Seit Einführung des Kindergartengesetzes "Kibiz" laufe eine Übergangsphase, weil der Gesetzgeber natürlich wisse, dass zusätzliche Räume nicht von jetzt auf gleich zu schaffen sind. "Deshalb wird der Betrieb von U3-Gruppen stillschweigend geduldet", sagte Gurk unserer Zeitung. Für kein Kind bestehe aber Gefahr für Leib und Leben. Meist fehle nur der Schlafraum, die nötige Qualität der Betreuung sei gegeben. 2014 müsse aber das Raumprogramm erfüllt sein.

Robust bauen spart Folgekosten

Die neue Ratsmehrheit "Jamaika plus" (CDU, FDP, Grüne, OWG-UWG) hat dennoch massive Kostensenkungen für Kindergarten-Ausbauten beschlossen. Die Verwaltung hält dagegen: Die Investition in Bauten mit "robusten Materialien, nachhaltige Ausstattung und reinigungsfreundliche Bauten" reduzierten die Folgekosten. Die Stadtplaner schlagen damit einen "mittleren Standard" vor.

www.rp-online.de/leverkusen

Quelle: RP
 
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