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Leverkusen
Brandunglück: Für Madeira gilt weiter der Katastrophenalarm

Leverkusen. Tag fünf der Brandkatastrophe auf der portugiesischen Ferieninsel Madeira. Die Feuer in der Grafschaft Funchal sind aus. Trotzdem wird der Katastrophenalarm noch nicht aufgehoben und die Feuerwehr ist in höchster Einsatzbereitschaft. Die Brände forderten bisher vier Tote und über 150 zerstörte Gebäude. Von Dieter Clarius

Unbeschadet hat die Reisegruppe vom Freundeskreises Leichlingen-Funchal das Drama überstanden. Vorsitzender Klaus Nikolaus Schmitz: "Für unsere Gruppe hat zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr bestanden, zumal wir in der letzten Woche auch keine Ausflüge geplant hatten." Inzwischen fährt die Seilbahn wieder nach Monte. Sie war aus Sicherheitsgründen stillgelegt worden. Jetzt kann man unterhalb der Bahntrasse verbrannte Häuser, Fabriken, Autos und Bananengärten sehen.

Das Feuer war das Schlimmste, was in den letzten Jahrzehnten in der Grafschaft gewütet hat. Ex-Präsident Alberto João Jardim bezifferte die Schadensumme in der Inselhauptstadt mit 55 Millionen Euro. Ursache der verheerenden Brände war u.a. der "Leste" ein heißer, böiger Wind aus der Sahara. Diesmal war es so heiß, dass - auch mit "Hilfe" einiger inzwischen verhafteter Brandstifter - an mehreren Stellen der Insel gleichzeitig Feuer ausbrachen. In den oberen Bezirken von Funchal brannte es ebenfalls, der Wind trug dann Funken nach unten in die Stadt.

Es war das erste Mal, dass die Funchalenser sich mit Bränden in der Nachbarschaft und mit Brandgefahr für das eigene Heim konfrontiert sahen. Die Bevölkerung hat sich tapfer geschlagen. Nach den Bränden in Monte im Jahr 2013 war es klar, dass man zwar die Feuerwehr rufen, aber dann sofort mit einem Gartenschlauch an die Arbeit gehen muss, da die Profis wegen Überlastung oft nicht schnell genug anrücken können.

Der auch bei deutschen beliebte Pregetter-Orchideen-Garten fiel den Flammen zum Opfer. Die Besitzer hatten alles richtig gemacht: Sie waren mit dem Personal vor Ort und hielten Haus und Garten mit Wasserschläuchen feucht; ein Ausguck war postiert. Der verließ fluchtartig seinen Posten, als er sah, das ein städtisches Gaslager in der Nähe Feuer fing. Die Explosion schleuderte dicke, brennende Baumstämme in das Gelände. Der Orchideen-Garten und das Haus waren nicht mehr zu retten.

100 Bombeiros und 300 Soldaten vom Festland sowie eine Gruppe Feuerwehrleute von den Azoren unterstützten die Wehrleute der Insel. Oft wird gefragt, warum keine Wasserflugzeuge oder Hubschrauber bei der Brandbekämpfung eingesetzt werden. Es gibt eine von der Regierung beauftragte Studie, die belegt, dass diese aus mehreren Gründen auf Madeira nicht einsatzfähig sind. Das liegt vor allem an der Topografie der Insel.

Das größte Kirchfest um die Schutzpatronin der Insel, "Nossa Senhora do Monte" am 14. und 15. August, wurde diesmal nur auf den Innenraum der Kirche begrenzt. Im Außenbereich wurde alles abgesagt, auch das schon traditionelle Feuerwerk.

Quelle: RP
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