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Leverkusen
Brillante Don Kosaken beim MGV Hitdorf zu Gast

Leverkusen. Was sind das für Stimmen! So hörte man es in den kurzen Applauspausen überall im Publikum. Die Besucher in der überfüllten Hitdorfer St. Stephanus-Kirche waren geradezu überwältigt von der überbordenden Kraft des Don Kosaken Chores Serge Jaroff. Hingerissen vom Klang, der sich bis in die Spitzen der Türme ausbreitete und manchmal die Scheiben wackeln ließ. Ein Ideal, das auch die Mitglieder des Männerchores 1846 Hitdorf anstreben. Deswegen schenkten sie sich selbst ein Gastspiel der Don Kosaken zum 170. Geburtstag. Und das eigene Publikum durfte daran teilhaben. Von Monika Klein

1846 begann die Geschichte des traditionsreichen Chores. "Concordia" nannten die Gründerväter damals ihren Chor, der bis heute sehr lebendig existiert. Trotz dreier Zwangspausen aufgrund der Revolution und der beiden Weltkriege, die für eine Unterbrechung sorgten. Die Geschichte des ältesten Männerchores im Sängerkreis Rhein-Wupper/Leverkusen ist nachzuverfolgen in einer Sonderausstellung im Türmchen am Werth, wo zum Jubiläumsjahr zahlreiche Fotos, Schriftstücke und Dokumente präsentiert werden. Feiern wollen die Sänger mit ihren Fans am Sonntag, 30. Oktober. Zur Matinee in der Stadthalle sind alle eingeladen, befreundete Chöre werden dort ihre Ständchen bringen.

Außerdem hat ein prominenter und humorvoller Überraschungsgast zugesagt, dessen Vater in diesem Chor gesungen hat. Beim Jubiläumskonzert nahmen sich die Hitdorfer Sänger ziemlich zurück. Bevor sie sich aber auf die Stühle im Chorraum setzten, um die Gäste aus nächster Nähe zu erleben, begrüßten sie das Publikum mit passenden Beiträgen. Unter der Leitung von Matthias Leenen stimmte der Männerchor vier russische Sätze an, die die unterschiedlichen Facetten des folgenden Programms andeuten sollten. Lieder von Fernweh und Heimat, von der endlosen Weite der Wälder und Steppen wie "Herrlicher Baikal", von ausgelassener Musik und Tanz ("Jascha spielt auf") und natürlich von schönen Mädchen und der Liebe ("Anuschka").

Dann übernahmen die Don Kosaken und Leiter Wanja Hlibka mit einer weiteren Gattung. Mit Dauerlegato und Riesensound sangen sie Stücke aus der orthodoxen Liturgie, Lobgesang, Credo und inniges Gebet. Später folgten klassische Werke und Volksweisen. Mit gerade mal halb so vielen Stimmen wie der Männerchor verdreifachten sie den Klang. Kein Wunder, denn jeder Einzelne hat das Zeug zum Solisten, die im Laufe des Programms einzeln zum Einsatz kamen. Was den Gesang so farbig macht, ist das ungewöhnlich große Tonspektrum vom tiefsten Subbass bis zu den hohen Kopfstimmen, die bis in die Sopran-Lage reichen.

Quelle: RP
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