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Leverkusen
Buch zur Geschichte des Bergischen Landes

Leverkusen: Buch zur Geschichte des Bergischen Landes
Der Buchumschlag zeigt vorne das historische Gemälde von Otto Bollhagen aus dem Jahr 1912 (oben), Postkarten-Motiv Müngstener Brücke 1896 und auf dem hinteren Buchdeckel ist ein Foto von Flüchtlingen in Bensberg (1945). FOTO: RP
Leverkusen. Die historische Betrachtung von Leverkusen bis Wuppertal und mehr liegt jetzt in Band 2 mit rund 900 Seiten vor. Von Monika Klein

Das Bergische Land reicht seit mehr als 100 Jahren bis an den Rhein. Und da spielt die Ansiedlung des Bayerwerkes eine nicht unwesentliche Rolle bei der Ausdehnung Richtung Westen. Insofern hat das historische Gemälde von Otto Bollhagen aus dem Jahr 1912 verdientermaßen den Ehrenplatz auf dem Buchdeckel der Fortschreibung des regionalhistorischen Werkes "Geschichte des Bergischen Landes" bekommen.

Zusammen mit der Abbildung der im Bau befindlichen Müngstener Brücke von einer Postkarte aus dem letzten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts. Dieser Band 2 setzt da an, wo der Vorgänger aufhörte, nämlich beim Ende des alten Herzogtums, um die von Industrialisierung geprägte Entwicklung der Region im 19. und 20. Jahrhundert in den Blick zu nehmen. Und zwar sehr ausführlich und unter gesellschaftlichen, ökonomischen, politischen und kulturellen Gesichtspunkten.

Es ist ein umfangreiches Nachschlagewerk geworden, auf 864 Seiten und mit zahlreichen Abbildungen. Eine Geschichte des Bergischen Landes über das Jahr 1806 hinauszuführen, bleibe ein Wagnis, geben die Herausgeber beider Bände Stefan Gorißen, Horst Sassin und Kurt Wesoly zu bedenken.

Denn nun ging man daran, eine Region zu beschreiben, die als administrative Einheit nicht mehr existiere. Wo sollte man also die Grenzen ziehen? Man entschied sich für die Städte Leverkusen, Remscheid, Solingen, Wuppertal und die Kreise Rhein-Berg, Oberberg, Mettmann, Rhein-Sieg, die weder mit den Grenzen des alten Herzogtums noch mit denen des Naturparks Bergisches Land übereinstimmen. Das heutige Leverkusen spielt jedenfalls über die Industrieansiedlung der Farbenfabriken hinaus in diversen Kapiteln eine wichtige Rolle. Etwa bei der Verkehrsentwicklung, sowohl als Eisenbahn-Knotenpunkt und Standort des Bahn-Ausbesserungswerkes in Opladen als auch beim Bau von Straßen- und Autobahnnetz.

In den gesellschaftlichen Kapiteln wird die Geschichte der Juden im Bergischen ebenso behandelt wie katholische und protestantische Kirchen und deren Sozialpolitik in der Region. Einzelne "bergische" Prominente werden in den Blick genommen, zum Beispiel Friedrich Engels, die Zuccalmaglios (Geburtshaus steht in Schlebusch), Nazi-Größe Robert Ley, die Bundespräsidenten Walter Scheel und Johannes Rau.

Außerdem werden die Bereiche Schule und Bildung, Pressewesen, typische Bauweise, das Vereinswesen, die Wiege der Genossenschaften, Raiffeisen und Konsum oder die Umweltgeschichte der Wupper betrachtet. Porträts wichtiger Firmen runden das Werk ab. Auf etlichen Seiten wird das Bergische Land im Ersten Weltkrieg und in der Weimarer Republik beschrieben, ebenso im Nationalsozialismus und im Zweiten Weltkrieg.

Quelle: RP
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