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Leverkusen
Bürger: Stadt lässt Hitdorf im Regen stehen

Leverkusen: Bürger: Stadt lässt Hitdorf im Regen stehen
Zur offiziellen Freigabe der Ringstraße nach dem Ausbau Mitte dieses Jahres regnete es in Strömen, nun hagelt es Kritik daran, dass einzelne Ziele des Verkehrskonzeptes nicht umgesetzt werden sollen. FOTO: Ralph Matzerath
Leverkusen. Au einer Bürgerversammlung kritisieren Anwohner die Verkehrsplanungen für Ring- und Hitdorfer Straße. Von Gabi Knops-Feiler

Was hat die Stadt den Bürgern in Hitdorf versprochen? Was hat sie eingehalten? Die Antwort auf diese Fragen löste Unmut unter den rund 25 Teilnehmern einer Bürgerversammlung am Dienstagabend in der Grundschule Lohrstraße aus, die von der Bürgerliste initiiert worden war. "Wir sind der Meinung, das ist eine Unverschämtheit, was sich die Stadt da geleistet hat", schimpfte Karl-Heinz Cremer, Anlieger der Ringstraße und Akteur der Bürgerinitiative "Verkehrskonzept Hitdorf mit Umgehungsstraße".

Hauptkritikpunkt war die fehlende Richtungslenkung. Denn Ziel des Verkehrskonzeptes Hitdorf sei eine gleichmäßige Verteilung der Verkehre auf Hitdorfer- und Ringstraße gewesen, erinnerte Cremer. Konkret bedeute dies: Der Verkehr Richtung Monheim sollte möglichst über die Ringstraße, der Verkehr in Richtung Rheindorf möglichst über die Hitdorfer Straße gelenkt werden, ähnlich einem "einbahnstraßen-ähnlichen Ausbau", von dem seit Anfang 2000 immer wieder die Rede gewesen sei. Nie habe ein Stadtvertreter gesagt, das funktioniere nicht.

Erst nach der Umsetzung sei Friedhelm Laufs, der Leiter des Straßenverkehrsamts, gekommen und habe es abgelehnt. "Damit war die Richtungslenkung gestorben", monierte Cremer. "Das heißt, diesen wesentlichen Eckpfeiler des Verkehrskonzeptes hat man unter den Tisch fallen lassen", nannte er den Hauptgrund, warum die Initiative Einspruch erhoben hat gegen die Ausbauplanung der Hitdorfer Straße.

Erhard Schoofs (Bürgerliste), der sich bis dahin zurückgehalten hatte, übte scharfe Personalkritik an der Stadt: "Als Herr Buchhorn - Leverkusener Oberbürgerbürgermeister bis 2015 - noch das Sagen hatte, hätte der Herr Laufs sich zu so einer Aussage gar nicht getraut. Aber jetzt ist der nette und nicht so durchsetzungsstarke Uwe Richrath unser Oberbürgermeister, dann erlaubt der sich plötzlich, nachdem die Planungen abgeschlossen sind, zu behaupten, das gehe nicht." Allerdings sei die Sache noch nicht zu Ende ausdiskutiert, und es lohne sich, kräftig gegenzuhalten.

Und es gab noch weitere Kritik: Wer von Rheindorf kommend in den Kreisverkehr einfahre, sagte Cremer, sehe dort ein Schild mit Durchfahrtverbot für Lkw über 3,5 Tonnen. Etwa 100 Meter weiter an der Kreuzung stehe ein Zeichen mit Hinweis Lkw-Verkehr über Ringstraße. Das führe jedoch zu einer starken Strapazierung und zu Rissen in der Straße. Deshalb werde das Teilstück demnächst auch sanierungsbedürftig sein und Anwohner müssten die Rechnung zahlen. "Das ist ein ganz faules Ei", sagte Cremer.

Anwohnerin Astrid Hanitsch-Lenzen nannte eine mögliche Lösung: "Die Ringstraße muss komplett verkehrsberuhigt und die Umgehungsstraße dringend realisiert werden."

Quelle: RP
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