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Leverkusen
Bürgerliste: keine Wohnhäuser neben die Güterzugstrecke

Leverkusen. Als "menschenverachtend" bezeichnet es Erhard Schoofs von der Bürgerliste, dass in den Bebauungsplänen für die Neue Bahnstadt Opladen nun 400 neue Wohnungen anstelle des ursprünglich angedachten Gewerbegebietes vorgesehen sind.

"Die dortige Gütergleisstrecke wird die vielbefahrenste in ganz Europa werden", sagt Schoofs. "Nach internationalen Verträgen sollen hier bald 1000 bis 1500 Meter lange Züge im Drei-Minuten-Takt verkehren, und zwar Tag und Nacht." Der neue Gotthardt-Tunnel sei Teil dieser Strecke, die von Rotterdam nach Genua führe. "Wer will da freiwillig neben die Gleise ziehen?" Zumal aus den Bebauungsplänen hervorgehe, dass die Lärmgrenzwerte für das Wohngebiet nicht eingehalten werden könnten.

"Wenn dort preiswerte Wohnungen hinkommen sollen, heißt das, dass man insbesondere Sozialhilfeempfängern diese Lärmbelastung zumutet", kritisiert Schoofs. "Denn Eigenheime lassen sich dort bestimmt nicht verkaufen."

Schoofs bedauert, dass die Planer bislang nicht auf Vorschläge der Bürgerliste zu innovativem Lärmschutz eingegangen seien, beispielsweise moderne Schallschutzwände. "Dabei ist es erwiesen, dass nicht nur der Zuglärm gesundheitsschädlich ist, sondern insbesondere die Vibrationen durch die Züge. Sie können sogar Herzschrittmacher beeinträchtigen."

Die Bürgerliste wendet sich auch gegen die Pläne, in der Neuen Bahnstadt zahlreiche neue Geschäfte anzusiedeln. "Die Stadt sollte die vorhandenen Geschäfte optimieren und beispielsweise den Marktplatz aufwerten, anstatt dem eingesessenen Handel weitere Konkurrenz vorzusetzen."

(sug)
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