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Leverkusen
Ähnliche Situation wie bei der Vertreibung 1945

Bund der Vertriebenen in Leverkusen organisiert den "Tag der Heimat"
Zum Tag der Heimat versammelten sich Leverkusener auf dem Manforter Friedhof am Mahnmal des deutschen Ostens. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Als Folge des Zweiten Weltkrieges der von Deutschland begonnen wurde, mussten zwölf bis 14 Millionen Menschen aus dem Osten fliehen. Nach dem Kriegsende 1945 suchte jeder vierte Deutsche seine Angehörigen: Daran erinnerte gestern die Mahnstunde zum "Tag der Heimat", die bereits zum 66. Mal vom Bund der Vertriebenen in Leverkusen organisiert wurde. Auf dem Manforter Friedhof am Kreuz des deutschen Ostens nahmen rund 130 Bürger an der Gedenkfeier teil. Von Tobias Falke

Rüdiger Scholz, Vorsitzender des Bundes der Vertriebenen Leverkusen, bezog sich in seiner Eröffnungsrede allerdings auch auf die heutige Flüchtlingssituation: "Der Tag der Heimat ist und bleibt ein wichtiger Appell an die Menschheit. Die Solidarität steht heute besonders im Fokus. Europa hat eine große Verantwortung und ich wünsche mir, dass wir alle gestärkt aus dieser Zeit hervorgehen," sagte Scholz. Er betonte, das Asylgesetz sei nicht umsonst im Grundgesetz verankert,

Hartmut Koschyk, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, hielt ebenfalls eine Ansprache. Der Chor "Heimatmelodie" der Ostdeutschen Landsmannschaften sowie der Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde Manfort umrahmten die Feierstunde musikalisch.

Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn erinnerte an die Nachkriegszeit und die besondere Aufgabe, die damals Leverkusener Bürger bewältigen mussten: "Es ist kaum zu ermessen, welche organisatorische Leistung es war, die vielen Flüchtlinge unterzubringen und zu versorgen. Denn auch in Leverkusen war die Versorgungslage schlecht, verschärfte sich der Mangel an Wohnraum mit der Rückkehr Evakuierter und dem steigenden Zustrom von Flüchtlingen und Vertriebenen. In allen Stadtteilen wurden deshalb Schulen, Turnhallen und sonstige Gebäude als Sammelquartiere für die Unterbringung genutzt, wie etwa die alte Berufsschule in Opladen oder der Saal Aretz in Hitdorf," sagte er. Buchhorn weiter: "Eine ähnliche Situation, allerdings mit einer wesentlich besseren Versorgungslage, erleben wir derzeit. Über 500 Flüchtlinge sind allein seit Jahresbeginn in Leverkusen untergekommen, bis zum Jahresende werden es weit über 1000 sein." Ohne die überwältigende Hilfsbereitschaft der vielen Leverkusener, die sich ehrenamtlich engagierten, um den Flüchtlingen zu helfen, könne die Stadt wenig ausrichten: "Dieses Engagement und diese Offenheit der Leverkusener machen mich als Oberbürgermeister sehr stolz."

Quelle: RP
 
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