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Leverkusen
Buntes, quirliges Aquilafest - aber Missstimmung wegen Mieterhöhung

Leverkusen. Zum 33. Mal feierten die Bewohner der Küppersteger Aquila-Siedlung an zwei Tagen ein fröhliches Fest. "Aquila ist ein Stück Heimat", beschrieb Ralf Gross, Organisator und Vorsitzender der Bürgervereinigung. Am Freitag wurde Samantha Ruzic (14) zur "Miss Aquila" gekürt, sie hatte bei diversen Spielen die größte Geschicklichkeit bewiesen. Am Samstag stand das Familienfest mit Aktionen für Kinder und Tanz für Erwachsene auf dem Programm. Die Stimmung war gut, obwohl Gross bemängelte, dass es 250 Vereinsmitglieder weitgehend an Unterstützung mangeln lassen. Von Gabi Knops-Feiler

Ohne Hilfe der Karnevalsvereinigung "Jecke Fründe" und der KG Wiesdorfer Rheinkadetten wäre es noch schlechter bestellt, meinte Gross und ergänzte: "Ich wolle in Zukunft eigentlich etwas weniger Aufregung haben, aber daraus wird wohl nichts."

Zurücklehnen ist auch für Torsten Neufeld unmöglich, den Rechtsbeistand des Vereins. Obwohl die Wohnungsgesellschaft Vonovia aktuell rund sechs Mio Euro in die energetische Sanierung ihrer Leverkusener Häuser investiert, ist offenbar neuer Ärger in Sicht. "So erfreulich es ist, dass an den Häusern in der Aquila-Siedlung endlich etwas gemacht wird", sagt Neufeld über die Bedenken seiner Mandanten, seien "viele der jetzt in Angriff genommenen Arbeiten keine Modernisierungsmaßnahmen, sondern längst überfällige Instandhaltungsmaßnahmen." Ohnehin seien die angekündigten Mieterhöhungen von zum Teil über 100 Euro pro Monat für die meisten Mieter - unter anderem viele ältere Menschen mit geringer Rente - nicht tragbar. Und die Erhöhungen ständen "in einem krassen Missverhältnis" zu der angegebenen Heizkostenersparnis. Je nach Größe der Wohnung betrage die monatliche Einsparung laut Vonovia zwischen 16 und 22 Euro, die Mieterhöhung solle sich aber auf 60 bis 130 Euro pro Monat belaufen. Insgesamt beständen also "erhebliche Zweifel" an der "tatsächlich zu erwartenden Energieeinsparung". Selbst wenn man die beabsichtigte Installation einer Gegensprechanlage - also eine "echte" Modernisierung - hinzu rechne, stehe die zu erwartende Einsparung "in keinem wirtschaftlichen Verhältnis zur Modernisierungsmieterhöhung", sagt der Anwalt. Es sei "vollkommen unverständlich", dass nicht geplant sei, die Anfang der 1980er Jahre eingebauten Fenster auszutauschen. Gleiches gelte für die aus 1954 stammenden Wohnungseingangstüren.

Quelle: RP
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