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Leverkusen
Caritas lobt die Willkommenskultur in Leverkusen

Leverkusen. Es war ein anschaulicher Vortrag vor einem kleinen Kreis von neun Zuhörern zu einem großen Thema. Ja, das Problem beschäftigt die Menschen in diesem Lande derzeit mehr als alles andere: die Flüchtlingskrise. Eingeladen hatte die katholische Kirche, der Referent Hieronymus Messing sprach über die Chancen und Grenzen ehrenamtlichen Handels in der aktuellen Flüchtlingssituation Leverkusens. Von Siegfried Grass

Als Verantwortlicher für die Koordination der Ehrenamtlichen bei der Caritas (eine der Hauptorganisationen, die sich um die Flüchtlinge kümmern) hat er nicht nur einen guten Überblick über den Zustand, sondern kann auch von vielen - teils skurrilen - Geschichten aus dem Alltag berichten. Über zwei Stunden plauderte er gewissermaßen aus dem Nähkörbchen.

Vorweg lobt Messing die Willkommenskultur in Leverkusen: "Es ist wirklich beachtlich, wie viele Ehrenamtliche helfen." Es gebe zudem keine nennenswerten Proteste gegen die Menschen, die in der Stadt - ob nun vorübergehend oder auf Dauer - eine neue Bleibe finden.

Derzeit werden in Leverkusen rund 3000 Flüchtlinge betreut, in den drei Landeseinrichtungen an der Görresstraße, der Heinrich-Lübke-Straße und der Auermühle, sowie in zahlreichen kleineren städtischen Einrichtungen, die über das Stadtgebiet verteilt sind. Lediglich das Heim an der Sandstraße in Opladen zählt mit über 400 Plätzen noch zu den größeren Flüchtlings-Häusern in Leverkusen.

Im Februar hat sich die Situation von Neuankömmlingen in Leverkusen etwas beruhigt, wie Messing beobachtet (Die Stadtverwaltung hatte dies auch angekündigt). "Das liegt daran, dass in Leverkusen zuvor sehr viele Flüchtlinge aufgenommen wurden, die Stadt also derzeit etwas bei der Zuteilung verschont wird." Ihm ist übrigens nicht bekannt, dass es in Leverkusen einen einzigen Asylbewerber gibt, der als politisch Verfolgter sich auf das deutsche Grundgesetz berufen kann. Auch die Bestimmungen der Genfer Flüchtlingskonvention greifen ganz selten, weil Syrien ja nicht wie in einem "klassischen Krieg" von einem anderen Staat angegriffen werde. Die dritte Gruppe bilden die so genannten Kontingentflüchtlinge, die aufgrund internationaler Verträge aufgenommen werden müssen; auch hier handelt es sich nur um ganz wenige.

Die meisten Flüchtlinge werden aus humanitären Gründen versorgt. Um gerade diesen Menschen eine Aufenthaltsgenehmigung zu geben, müssen aufwendige Verfahren zur Klärung ihrer Situation angeschoben werden.

Messing klärte dann auch noch auf, wie es mit der materiellen und finanziellen Unterstützung aussieht. Wer in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes untergebracht ist, wird versorgt. Die anderen müssen von der finanziellen Unterstützung ihre Lebensmittel selber kaufen. Dabei sei hilfreich, dass ehrenamtliche Helfer den Menschen zeigen, wo sie günstig einkaufen können. Für ehrenamtliche Helfer gibt es viel zu tun: bei Behördengängen, beim Lernen der Sprache oder auch beim Angebot für Strickkurse. Manchmal reiche es, einfach nur da zu sein.

Quelle: RP
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