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Leverkusen
CDU, Grüne, OP Plus fordern das Aus für belgische Atomkraftwerke

Leverkusen. Die Stadt Leverkusen soll sich den Klagen der Städteregion Aachen gegen den Betrieb der Atomkraftwerke Tihange und Doel in Belgien anschließen. Dies fordert die Fraktionsgemeinschaft aus CDU, Grünen und Opladen Plus. Die Stadt solle "umgehend" Kontakt mit der Städteregion Aachen aufnehmen, schreiben die Fraktionsvorsitzenden an Oberbürgermeister Uwe Richrath.

Die Begründung für ihren Antrag schrieb sich offenbar fast von selbst. Leverkusen liegt nur etwa 130 Kilometer vom belgischen Atomkraftwerk Tihange mit drei Blöcken entfernt. Gefährlich nah ist auch bei Antwerpen das Atomkraftwerk Doel mit vier Blöcken. In den letzten Jahren sei es in beiden Anlagen zu einer Vielzahl von Störfällen gekommen, schreiben die Politiker.

Sie zählen auf: "Etliche Male mussten die verschiedenen Reaktoren infolge von Bränden, Ausfall von Pumpen usw. notabgeschaltet werden. Ein Abklingbecken verliert in Tihange seit Jahren radioaktives Wasser, ohne dass die Ursache geklärt wäre. Auf dem Gelände des Atomkraftwerks Tihange wurde eine scharfe Bombe aus dem Ersten Weltkrieg gefunden. Im Atomkraftwerk Doel gab es 2014 einen Sabotageakt von Mitarbeitern, der zur Notabschaltung eines Blocks führte und bis heute nicht aufgeklärt ist."

Als "besonders problematisch" stufen die Leverkusener zwei politische Entscheidungen der belgischen Regierung ein: Sie habe den Weiterbetrieb der Blöcke Tihange 2 und Doel 3 genehmigt, "obwohl die Druckbehälter dieser Reaktoren tausende Risse aufweisen". Die Ursache der Risse sei umstritten und selbst Atomkraft befürwortende Fachleute hielten den Weiterbetrieb für unverantwortlich. Im Falle eines Unfalls würde austretende Radioaktivität bei den vorherrschenden Westwindlagen nach Deutschland und in die Niederlande getragen.

(US)
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