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Leverkusen
Chancengleichheit für Migrantenkinder

Leverkusen: Chancengleichheit für Migrantenkinder
In der Diyanet-Moschee informierten sich Jugendliche und ihre Eltern über Berufs- und Ausbildungschancen für junge Leverkusener mit Migrationshintergrund. FOTO: Ralph Matzerath
Leverkusen. Die Berufsbörse in der Veranstaltungshalle des Diyanet Türkisch-Islamischen Kulturzentrums am Kiesweg zeigte 150 Jugendlichen und ihren Eltern Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten auf. Von Gabi Knops-Feiler

Das Vorbild des 24-jährigen Mannes mit türkischen Wurzeln dürfte Beispiel für viele sein. Er hat als Kommissar-Anwärter bei der Polizei Köln begonnen und wird seine Ausbildung in zwei Jahren beenden. Am Donnerstag warben er sowie Vertreter von öffentlichen und privaten Arbeitgebern um Nachahmer. Die Berufsbörse in der Veranstaltungshalle des Diyanet Türkisch-Islamischen Kulturzentrums am Kiesweg sollte rund 150 anwesenden Jugendlichen und ihren Eltern aufzeigen, was alles möglich ist.

Es ging um Informationen über Ausbildungschancen, Ausbildungsberufe und Ausbildungswege im Rahmen der vom Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen initiierten und von den Europäischen Sozialfonds geförderten Kampagne "Mein Beruf, meine Zukunft.

Acht Leverkusener Vereine hatten zu dem Abend eingeladen. Diese Kooperation, sagte Bürgermeisterin Eva Lux, zeige das besondere Engagement der Migrantenvereine in dieser Stadt und die Tatsache, dass sich bildungsinteressierte Eltern aus Zuwandererfamilien aktiv für eine gute Zukunft ihrer Kinder einsetzen könnten.

Später begrüßten Bella Buchner, Ismalj Memishi und Abdullah Atec für die kooperierenden Vereine und Initiativen sowie Projektmitarbeiter Mostapha Boukllouâ die Gäste, ehe sieben Auszubildende aus unterschiedlichen Berufen des dualen Systems ihren Weg in den Beruf präsentierten und über ihre Erfahrungen berichteten.

Im Laufe der rund zweistündigen Veranstaltung zeigten Experten von Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer, Stadt Leverkusen, Currenta und Ford, um nur einige zu nennen, diverse Möglichkeiten auf. Alleine im Handwerk gebe es mehr als 130 Ausbildungsberufe, sagte eine Sprecherin und riet den jungen Leuten, sich nicht von vorneherein auf einen Beruf festzulegen.

Der Ansturm auf "klassische Berufe" wie Kfz-Mechatroniker sei immer sehr hoch. Es sei paradox, sagte der Integrationsbeauftragte Abdullah Atec, dass junge Leute auf der Straße stünden, weil sie Mehmet oder ähnliche ausländische Namen trügen und deshalb nicht beschäftigt würden. Stattdessen würden aber im ganzen Land Auszubildende gesucht, und es herrsche längst ein akuter Fachkräftemangel.

Dennoch solle kein Migrant sozusagen schicksalergeben sagen, er habe keine Chance und deshalb resignieren. Denn alle, egal woher sie kämen und welche Voraussetzungen sie mitbrächten, könnten alles erreichen, wenn sie es nur wollten, ermunterte Atec die jungen Gäste des Abends.

Quelle: RP
 
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